Ausgabe: 2005/26, Kopf der Woche, Live Aid, Bob Geldof, Schuldenerlass
01.07.2005
- Walter Achleitner
Mit „Live Aid“ organisierte Bob Geldof vor 20 Jahren Millionen für die Hungerhilfe in Afrika. Mit dem größten Popkonzert aller Zeiten am 2. Juli kämpft der Ire dafür, dass Armut bald der Geschichte angehört.
Die Erwartungen hat sich Bob Geldof enorm hoch gesteckt. Am 13. Juli 1985 hatte es der irische Popsänger vergleichsweise leicht. Als der damals 34-Jährige unter dem Titel „Live Aid“ das bis dahin größte Event der Musik-Geschichte organisierte und 120 Millionen Dollar für weltweite Hungerhilfe einspielte. „Vor mir standen 80.000 Menschen. Unsichtbar irgendwo hinter ihnen hatte sich uns eine weitere Milliarde Menschen auf der ganzen Welt angeschlossen“, erinnert er sich an den Abend im Wembley-Stadium. 20 Jahre später werden an diesem Samstag statt zwei gleich acht Konzerte – von Tokio über London bis Toronto – parallel stattfinden, in denen sich mehr als 100 Popgrößen Geldofs Aufruf anschließen.
Denn „Saint Bob“ oder „Bruder Teresa“, wie er seit dem Erfolg von 1985 auch genannt wird, zählt mit Bono, dem Sänger der Gruppe U2, zu jenen, die am lautstärksten für den Schuldenerlass armer Länder eintreten. Darüber hatten beide sogar 1999 mit Johannes Paul II. beraten. Und so geht es bei dem Mega-Konzert nun nicht mehr ums Geldsammeln, sondern um Gerechtigkeit, bevor sich nächste Woche die Regierungschefs der acht reichsten Staaten in Edinburgh treffen. Geldorf: „Die G8 haben die Macht, die Zukunft für Millionen von Menschen zu verändern. Wir müssen ihnen zeigen, dass wir Millionen sind, die wir sie dabei beobachten.“