Arbeiten und lernen als Marathonaufgabe im Oberen Mühlviertel
Ausgabe: 2005/27, ALOM, Mühlviertel, Herrnbauer, ALIM, Haslach
07.07.2005
- Ernst Gansinger
ALOM, Verein für Arbeit undLernen Oberes Mühlviertel,engagiert sich seit mehr als 20Jahre für Menschen, die esnicht einfach haben, Arbeit zubekommen.
Der Verein ALOM wurde 1984gegründet. Die Initiative zurGründung ging von Aktivistinnenund Aktivisten der KatholischenArbeiterjugend aus. Intensiv trugenBetriebsseelsorge und VEROM,der Verein zur eigenständigenRegionalentwicklung im OberenMühlviertel, das Anliegen mit:arbeitslosen Jugendlichen einenOrt des Erfahrungsaustausches zuermöglichen und sie in ihrer Persönlichkeitzu stärken. Fünf Jahrespäter begann ALOM mit einemersten Beschäftigungsprojekt –der Böhmerwaldwerkstatt. ALOM ist fest im Bezirk Rohrbachverankert, betont ObmannHarald Herrnbauer. Wie sehr, dasvermag ein Blick auf die Statistikzu vermitteln: Der Bezirk zählt58.000 Einwohner. 1989 begannALOM mit Beschäftigungsprojektenund Qualifizierungsmaßnahmen.Seither hat der Verein 1.200Übergangs-Arbeitsmöglichkeitengeschaffen und Kurse angeboten,bei denen 5.000 bis 6.000 Teilnehmer/innen gezählt wurden. Hinterdiesen beeindruckenden Zahlensteht nicht nur großer Einsatzan der Seite der Betroffenen, sondernauch ein immerwährend zähesRingen um die Finanzierung.ALOM wünscht sich, nicht nurkurzfristige Finanzierungszusagenzu bekommen, sondern dassdie Projekte von der öffentlichenHand längerfristig abgesichertwerden.
Fünf Angebote
Das Engagement des neunköpfigenVorstands von ALOMmit Obmann Harald Herrnbaueran der Spitze und der etwa 30 Mitarbeiter/innen zeichnete die Kirchenzeitungheuer mit dem Solidaritätspreisaus. Die ALOM-Einrichtungen– Manufaktur Haslach,Böhmerwaldwerkstatt samtJugendgästehaus Ulrichsberg,FrauenTrainingszentrum, Berufsbörseund ALIM Implacement-Stiftung – wenden sich an älterePersonen, Frauen/Wiedereinsteigerinnen,Personen mit Erwerbsminderungund Langzeitarbeitslose.Durchschnittlich haben proJahr 120 Menschen Arbeit. Nochviel mehr Personen qualifiziertoder unterstützt der Verein bei derArbeitssuche, auch durch intensiveKontakte zu Betrieben, um aufderen Arbeitsplatzangebot entsprechendreagieren zu können.Viele klassische Produktionsbetriebeder Region sind verschwunden.Der steigende Tourismusim Böhmerwaldgebietund in der Donauregion kannzwar einiges auffangen, abermehr als die Hälfte der Arbeitnehmer/innen muss auspendeln.Statistisch gibt es wenig Arbeitslose.Man müsse aber sehen, zuwelchem Preis viele Leute Arbeitannehmen, sagen ALOM-Verantwortliche.
Vernetzt denken
ALOM vernetzt. Zum Beispieldie Manufaktur Haslach: Insgesamt17 Menschen sind beschäftigt,die Schafwolle verarbeitenund die Produkte vermarkten. Esprofitieren aber auch Bauern. DieManufaktur bezieht Schafwolleaus der Region. Dabei hat sie sichVerdienste um die Erhaltung alter,heimischer Schafrassen erworben.Erzeugt werden Filzhausschuhe,Strickwolle, Teppiche,Steppdecken, MühlviertlerTweed, Stoffe ... Als größten Erfolg nennt RobertBräuer von der ManufakturHaslach, „dass es gelingt, dasSelbstvertrauen der Menschenwieder zu stärken.“
Siehe auch: www.alom.atTipp: Webermarkt 2005 in Haslach, 23.und 24. Juli, mit „Modestraße – edleWollbekleidung“, Ausstellung,Betriebsführungen in der Manufaktur,Filzworkshop, Schmankerln vom Bauernhof,Stahlmühle 3 bis 4,Tel. 07289/721 80; www.alom.at/twh