Ausgabe: 2005/29, Er lässt sich fordern, Petrik-Schweifer, Kopf der Woche, Caritas-Auslandshilfe
20.07.2005
- Hans Baumgartner
„Täglich sterben bis zu 50.000 Menschen an den Folgen des Hungers. Das ist ein Riesenskandal“, sagt Christoph Petrik-Schweifer. Seit kurzem steuert er die Caritas-Auslandshilfe.
Von seinem Vorgänger Franz Prüller hat Petrik-Schweifer einen ordentlichen Rucksack geerbt – die Caritas-Tsunami-Hilfe mit einem Umfang von 19 Millionen Euro. „Dass wir diese Spendengelder so einsetzten, dass damit den Opfern der Flutkatastrophe nachhaltig geholfen wird, ist eine große Herausforderung. Als Caritas sind wir aber mindestens ebenso gefordert, den Tsunami der Armut nicht zu vergessen, dem täglich Zehntausende Menschen zum Opfer fallen – durch Unterernährung, Vertreibung, schlechte Gesundheitsversorgung oder Aids.“ Caritas-Arbeit ist für Christoph Petrik-Schweifer nicht nur das harte Brot, der Not ins Gesicht zu schauen. Sie sei auch ein Geschenk, für das es sich lohnt, Energie und Engagement zu investieren. „Denn es geht täglich darum: Wie können wir Menschen helfen, in Würde zu leben.“
Vor elf Jahren holte Bischof Iby den damals 30-jährigen Sozialarbeiter, der sich um obdachlose Familien gekümmert hat, als Caritasdirektor nach Eisenstadt. Dabei habe wohl auch seine kirchliche Vergangenheit eine Rolle gespielt, meint Petrik-Schweifer. Er war einige Jahre Diözesansekretär der Katholischen Jungschar und später auch ehrenamtlicher Bundesvorsitzender. Dass der gelernte Nachrichtentechniker nach der HTL-Matura die Sozialakademie machte, hat damit zu tun, dass er zu sozialen Fragen seit seiner Jugend eine besondere Nähe hatte. Die weltweite Gerechtigkeit ist dem dreifachen Vater nicht erst seit seinem Wechsel in die Caritas-Auslandshilfe ein großes Anliegen.