Ausgabe: 2005/30, Fenzl, Kardinal, Geburtstag, Diözesanarchiv
27.07.2005
- Walter Achleitner
Annemarie Fenzl war in seinen letzten 19 Lebensjahren die rechte Hand von Franz König. Zu dessem 100. Geburtstag hat sie eine Ausstellung über den Kardinal zusammengestellt.
Annemarie Fenzl ist eine viel gefragte Frau: ob als Leiterin des Diözesanarchivs in Wien oder als profunde Kennerin des Stephansdoms – fasziniert von Geschichte und Kunst des Bauwerks, vermag sie bei ihren Spezialführungen im Wahrzeichen der Bundeshauptstadt selbst Kinder zu begeistern. In den letzten Monaten jedoch drehen sich die meisten Fragen um Kardinal Franz König, der am 3. August vor 100 Jahren geboren wurde. Denn als bei dessen Rücktritt im Jahr 1985 der Alterzbischof mehr oder weniger ohne Sekretariat dastand, übernahm Fenzl die Leitung seines persönlichen Büros. Mit „Behutsamkeit und Strenge“, „verantwortungsvoll und dezent“, wie Bundespräsident Heinz Fischer es bei einer Auszeichnung Anfang Februar zu ihrem 60. Geburtstag formulierte. Es gelingt Annemarie Fenzl, Erinnerungen an den „König der Herzen“ begeisternd aufzubereiten. Ob als „Gedanken für ein erfülltes Leben“ – für den Bestseller erhielt sie mittlerweile das „Goldene Buch“ – oder nun in einer Sonderschau im Stephansdom. Ihrem Wunsch, ein Kardinal-König-Archiv aufzubauen, werde sie sich aber erst in ihrer Pension richtig widmen können. Zu umfangreich sei das bisher 800 Kartons umfassende Archivmaterial. Und humorvoll ergänzt sie: „Mein Chef konnte, was ich nicht kann – das Wesentliche auf den Punkt bringen. Mir ist der Ausstellungsplatz immer zu klein, und meine Vorträge werden immer zu lang.“