Neben den Meldungen über Terrorbedrohungen und Urlaubs-Staus auf Österreichs Straßen, neben den Diskussionen um die Evolutionstheorie und die Treibstoffpreise erreichte eine Neuigkeit überraschend wenig öffentliche Aufmerksamkeit: Ein zehnter Planet wurde dreizehn Milliarden Kilometer von uns entfernt entdeckt. Er braucht etwa 10.500 Jahre, um im Abstand von bis zu 130 Milliarden Kilometern die Sonne zu umkreisen. Zur gleichen Zeit konzentrieren sich die Himmelsblicke auf die etwa im Abstand von 350 Kilometer die Erde mit erheblichen Problemen umkreisende US-Raumfähre Discovery.
So zufällig die Gleichzeitigkeit dieser beiden Ereignisse ist – Planeten-Entdeckung und Krise der US-Raumfahrt – so beeindruckend ist ihre Botschaft: Hier der Mensch, der sich mit Großem, aber im Verhältnis mit der Schöpfung doch so Kleinem abmüht und immer wieder zu scheitern droht. Dort ein trotz immenser Forschungsanstrengungen erst jetzt entdeckter weiterer Zeuge der unvostellbaren Architektur unserer Schöpfung.
Wie sollen wir Menschen uns die unsagbare Weite unseres Sonnensystems vorstellen? Wie sollen wir dieses dennoch „kleine“ System einordnen, wenn uns die Wissenschaft sagt, dass es 200 Milliarden Sonnen in unserer Milchstraße gibt und diese Milchstraße bei weitem nicht die einzige ist?
Die jüngst entflammte Diskussion um Zufall oder Plan ist vor diesem Hintergrund eine menschlich kleinliche Diskussion!