Ausgabe: 2005/31, CD, Funeral, The Arcade Fire, Rauscher
02.08.2005
- K. Rauscher
Während U2 die Bühne im Ernst-Happel-Stadion betraten, wurde dieser unglaublich pathetische und imposante Song vom Band gelassen. Was ich da hörte, war dermaßen elektrisierend, dass ich ein paar Tage nach dem Konzert die Suche nach der unbekannten Band aufnahm und sofort den Laden stürmte, als ich fündig wurde.
Die Band: The Arcade Fire; das Album: Funeral; der Song: Wake Up. „Funeral“ ist eines der meistgelobten Alben dieses Jahres. Alle möglichen Vergleiche wurden angestellt: The Arcade Fire klingen wie David Bowie, Modest Mouse, manchmal wie Björk oder Radiohead und so weiter. Alle haben sie Recht und doch ist alles völlig obsolet, denn The Arcade Fire haben eine ureigene, vielschichtige Klangsprache gefunden, die einen in Tempo, Stilistik und Schönheit immer wieder überrascht und zwischen Indie-Rock, Trauermarsch und Balladen, bei denen der Himmel voller Geigen hängt, hin- und herpendelt.
Und wenn Fritz Ostermayer sagt: „Sie können uns alles nehmen, aber nicht das Pathos“, dann muss er dabei an „Funeral“ gedacht haben, das so weit vom Friedhof entfernt ist, wie der Himmel von der Hölle.
The Arcade Fire – Funeral (erschienen bei Rough Trade)