Wenn zu Mariä Himmelfahrt Kräuter gesammelt und gesegnet werden, könnte das auch ein Nachdenkanstoß sein, der über geläufige Symboliken hinausgeht. – Das Kräuterbrauchtum hänge auch damit zusammen, dass die Gottesmutter in der Liturgie als „Blume des Feldes und Lilie der Täler“ bezeichnet wird, ist eine geläufige Deutung.
Kräuterpfarrer Weidinger hielt den Kräuterbrauch für sehr wertvoll. „Weist er doch im Zeitalter des Pillenschluckens darauf hin, dass Kräuter bei gesundheitlichen Beschwerden helfen können . . .“
Niemand sammelt Kräuter in fernen Gegenden und bringt sie dann zur Kräuterweihe. Diese würde er nicht kennen, er wüsste nicht um ihre Kraft und hätte kein Gespür dafür, welche genießbar sind und welche gar giftig. Die Wirkkraft der Kräuter des Umlandes dagegen ist bekannt . . .
Das könnte ein Nachdenkanstoß sein, der über die geläufige Symbolik hinausgeht: Gegen vieles ist ein Kraut gewachsen – in unserer Nähe! Es bräuchte nur das Kümmern um diese Nähe. Es bräuchte die Pflege der Nähe, die Nahsorge. Dann wäre auch die Nahversorgung sichergestellt!Der heutige Mensch schafft von überall her Lebensmittel und sorgt sich nicht um die Produkte der Nähe, womit er die Nahversorgung untergräbt. Wenn wir die Symbolik der Kräutersegnung deuten, könnten wir auch zu bewussten Konsumenten werden, die sich um unsere Bauern, Bäcker und andere Nah-Versorger sorgen!