Heuchelei folgte bisher der Katastrophe von Hiroshima und Nagasaki: Nach dem Abwurf der Atombomben und mehr als 200.000 Todesopfern war zwar rasch klar: ein Atomkrieg kann nie zu gewinnen sein. Doch zeitgleich mit dem 6. August 1945 setzte auch das Wettrüsten zum Overkill ein: atomare Abschreckung hieß die neue Zauberformel der Verteidigungsstrategen. Ihnen ist selbst nach Ende des Kalten Krieges das Aus für die Atomwaffen undenkbar. Im Gegenteil: die Gefahr ist seither weiter gestiegen. Erst im Mai ist die Revision des Atomwaffensperrvertrags gescheitert. Die im Jahr 2000 von den Atommächten übernommenen Verpflichtungen zur Verringerung der Atomarsenale werden in Frage gestellt. Und gleichzeitig verfügen immer mehr Staaten über Atomwaffen, aber weigern sich, den Sperrvertrag anzuerkennen.
Polemik stoppen
Als „Ausbau der Verständigung“ war er bisher verstanden worden: der geplante Besuch von Benedikt XVI. in der Synagoge von Köln in zwei Wochen. Nun gilt es jedoch den Konflikt zu entschärfen, der sich seit der Vorwoche als der gravierendste in der jüngeren Geschichte zwischen Israel und dem Vatikan auszuwachsen droht: seitdem ein Außenamtssprecher dem Papst vorgeworfen hatte, beim sonntäglichen Mittagsgebet einen palästinensischen Terroranschlag in Israel nicht erwähnt zu haben. Nimmt die öffentliche Polemik nicht rasch ein Ende, verstellt sie den Blick auf eine symbolische Geste: wenn nach dem polnischen auch ein Papst aus Deutschland ein jüdisches Gotteshaus besucht, und dabei die Trauerhalle durchschreitet – um der ermordeten Juden zu gedenken.