Nach der Pause war die Mannschaft nicht wiederzuerkennen, lautet das Urteil der Fußballkommentatoren nicht selten. Nicht nur am Spielfeld, auch in der Kabine entscheiden sich Spiele. Die Sportler gönnen sich Minuten der Rast, des Auflockerns. Sie löschen ihren Durst. Und ganz entscheidend: Der Trainer versucht, mit ihnen die Taktik des Spiels in eine zielführende Richtung zu lenken. Neuorientierung also je nach Lage des Spiels.
Advent. Das neue Kirchenjahr beginnt. Was in diesen Wochen geschehen kann, ist vergleichbar mit dem, was in der Kabine im Fußballstadion geschieht: Zunächst einmal Pause, innehalten. Wozu der schnelle „Spielverlauf“ des Alltags kaum Zeit ließ, kann jetzt geschehen: sich neu sammeln. Und vor allem: das Ziel neu ins Auge fassen. Manche tun sich leichter, wenn sie sich dabei einem „Trainer“ anvertrauen können.
Das Kirchenjahr kennt solche „Auftankzeiten“, die den Alltag unterbrechen – und aus denen man in einer gefestigten Verfassung neu hinaustreten kann. Und es ist auch im Leben so: manche sind auf einmal fast nicht mehr wiederzuerkennen.