Am Sonntag haben die Schweizer über Gentechnik in der Landwirtschaft und in der Nahrung abgestimmt. Eindeutige 55,7 Prozent sind für eine – vorerst – fünfjährige Gentechnik-Pause. Die Bürger/innen wollen mehr über die Folgen der Gentechnik auf Gesundheit und Natur wissen. Auch in Österreich, wo 1997 das Gentechnik-Volksbegehren mit 1,23 Millionen Unterschriften die zweithöchste Beteiligung erreichte. Der Unterschied ist: In der Schweiz wird der Wille der Bevölkerung respektiert, in Österreich hingegen nicht, weil die EU – sogar gerichtlich – dagegen vorgeht. Wenn in einer so sensiblen Sache wie der Gentechnik der freie Warenverkehr mehr gilt als der freie Wille der Bürger/innen, dann braucht sich niemand über die wachsende EU-Skepsis zu wundern.
Hans Baumgartner
RücksichtslosesWachstum
Unvorstellbar ist die Umweltkatastrophe im Nordosten Chinas. Harbin, eine Stadt mit vier Millionen Einwohnern, ist seit Tagen ohne Trinkwasser, weil 100 Tonnen hochgiftiger Flüssigkeiten ausgelaufen sind. Wie rücksichtslos Menschen und Natur dem Siegeszug des Weltmarktes im Reich der Mitte ausgeliefert sind, zeigt eine kaum beachtete Bilanz: bei Grubenunfällen sind nach Regierungsangaben alleine im vergangenen Jahr 6000 Bergleute ums Leben gekommen. Unabhängige Quellen sprechen sogar von 20.000 Toten. Und heuer, erst am Montag sollen in Qitaihe wieder 50 Minenarbeiter getötet worden sein, haben sich sogar laut offizieller Statistik um weitere 8,5 Prozent mehr Unfälle ereignet.