Ausgabe: 2005/48, Kopf der Woche, Beiser, Blindenapostolat, Behinderung,
30.11.2005
Peter Beiser aus Hatting in Tirol ist neuer Vorsitzender des Blindenapostolats Österreich. Seinen „größten kirchlichen Auftritt“ hatte er bei der Papstmesse im Berg-Isel-Stadion 1988. Damals trug er die Lesung vor.
Peter Beiser wurde 1949 in Lech am Arlberg geboren. Mit vier Jahren begann seine Sehleistung rasch abzunehmen. Mit acht Jahren mussten ihn seine Eltern aus der Volksschule nehmen und an die Landesblindenschule nach Innsbruck geben. Auch zahlreiche Operationen konnten damals den grauen Star nicht stoppen. Nach der Ausbildung zum Telefonisten machte Beiser, weil „er schon immer mehr mit Menschen“ arbeiten wollte, als einziger Nichtsehender des Kurses in Bleiberg die Ausbildung zum Heilmasseur. Mit Unterstützung der sehenden Kollegen, mit Tonbandmitschnitten und Büchern in Blindenschrift, die es damals nur aus der DDR gab, schaffte er den Abschluss. 1969 begann er als selbständiger Masseur. 1976 wechselte er zur Gebietskrankenkasse. „Nachdem ich geheiratet hatte und das erste Kind unterwegs war, wollte ich mehr Sicherheit“, meint Beiser.
Apostolat. 1973 übernahm Beiser den Vorsitz im Tiroler Blindenapostolat, das regelmäßig Gottesdienste, verschiedene Vorträge und gesellige Zusammenkünfte organisiert. „Dabei war es mir immer wichtig, diese Arbeit mit einem Team von Blinden und Sehenden zu machen.“ Sein „Auftritt“ beim Berg-Isel-Gottesdienst habe das Blindenapostolat auch in der Öffentlichkeit stärker bekannt gemacht, so dass es in der Folge auch gelungen sei, ein eigenes Lokal für die Treffen zu bekommen. 1992 wurde Beiser stv. Vorsitzender im Blindenapostolat Österreich, am 12. November 2005 wurde er zum Vorsitzenden gewählt.