Die Integration von aus dem Ausland stammenden Jugendlichen bleibt oft eine Illusion. Ein wichtiger Schritt wäre es, Vorurteile abzulegen. Die HTL Steyr wagte einen ersten Gehversuch.
„Schleicht’s euch, ihr Ausländer, sonst kriegt’s a Bierflaschn über den Kopf!“ So seien er und seine vier Freunde einmal von Jugendlichen in Steyr „begrüßt“ worden, berichtet Izzet. Der 15-jährige Österreicher ist hier geboren und aufgewachsen. Was ihn zum „Ausländer“ macht? Sein südländisches Aussehen, das er den türkischen Eltern verdankt. „Das reicht aus, um Vorurteile entstehen zu lassen“, erläutert Mag. Johann Gruber dem Plenum und erntet Kopfnicken.
Interkulturell. Diesmal sind es die Schüler der 2 AHK der HTL Steyr, die Izzets Erzählungen lauschen und selber von ihren Erfahrungen mit Jugendlichen ausländischer Abstammung erzählen. Sie nehmen am Projekt „Interkultureller Austausch“ teil, das Religionslehrer Gruber im Rahmen der europaweiten „Global Education Weeks“ initiiert hat. Fünfmal sind Izzet und andere Jugendliche – aus Rumänien, Bosnien und dem Irak abstammend – mit Schülern der HTL im Jugendzentrum „Gewölbe“ zusammengetroffen, um durch Austausch und Zuhören beiderseitige Vorurteile abzubauen.
Besseres Verständnis. Gelungen ist dies freilich nur zum Teil. Für grundlegende Veränderungen war die Zeit zu kurz. „Allerdings“, so Gruber „hatte ich den Eindruck, dass sich ein besseres Verständnis für die Situation der ausländisch stämmigen Jugendlichen abgesetzt hat.“ Und: Man habe vor, sich wieder zu treffen.