„Der Arme steht immer im Mittelpunkt des Glaubens.“ – Davon ist Hans Linsmaier überzeugt. Und so setzt er sich für Arme ein. Jahrelang in Brasilien, seit heuer in der Republik Moldau, die im Westen an Rumänien grenzt, sonst an die Ukraine.
„Das Land ist wie die verrottenden Kolchosen entvölkert. Nachwehen einer Fehlgeburt, die die jungen Menschen aus ihrer Heimat vertreibt, verlockt durch die Übermacht der Medien, woanders ihr Glück zu suchen.“ So schrieb Hans Linsmaier im Reisebericht über seinen Besuch Moldawiens heuer im Mai.
Österreichische Spuren. Eigentlich wollte er Suppenküchen in der Republik Moldau unterstützen. Doch für die kommt im ganzen Land Luxemburg auf. Er knüpfte Kontakte und sah anderen Bedarf zu helfen. In Stauceni, in der Nähe der 650.000 Einwohner zählenden Hauptstadt Chisinau, verbrachte er mehrere Tage bei Pater Klaus Kniffki von den Steyler Missionaren. Die Caritas betreut dort vergessene Alte, Straßenkinder und Bettlägrige. Kardinal Schönborn unterstützt in Moldawien ein Straßenkinderprojekt. Und der Windischgarstner Tischlermeister Theodor Mayr hat vor einigen Jahren in der Republik Moldau einen Neustart begonnen.
Ausbildung und Bildung. Auf diese Kontakte wie auch auf jene zum Deutschen Kulturverein in Chisinau stützt der Welser Linsmaier seine Überlegungen zu helfen. Theodor Mayr führt eine Tischlerei, in der er in Verbindung mit einem am 4. Jänner 2006 startenden Berufsschulprojekt Tischler ausbildet. Das Hilfswerk Österreich unterstützt mehrere Berufsschul-Projekte. Mayr kämpft mit einer fatalen Entwicklung: Die jungen qualifizierten Leute kehren der Republik Moldau den Rücken, um im Ausland vorwärts zu kommen. Sie aber bräuchte das Land, um ihm Zukunft zu sichern. Linsmaier unterstützt Studenten, damit sie sich die Studiengebühren leisten können. Er hilft Tischler Mayr, dass er für seinen Tischler-Ausbildungsbetrieb die nötigen Maschinen bekommt. Auch die Salesianerschwestern können in ihrer Arbeit mit Straßenkindern auf seine Hilfe hoffen. So will er seinen Beitrag leisten, den Menschen Mut zu machen und sie an die Zukunft glauben lassen.
Von Rui Barbosa nach Moldau. 1997 bekamen Johann und Margareta Linsmaier für ihr brasilianisches Kleinbauern- und Landlosen-Projekt „Wasser für Rui Barbosa“ den KirchenZeitungs-Solidaritätspreis. Nun sieht Linsmaier in der Armut von Moldau eine neue Aufgabe zu helfen.
Ernst Gansinger
Unterstützung
Moldawien
Johann Linsmaier, Prinz-Eugen-Straße 24, 4600 Wels, hat für seine Hilfsaktivitäten in Moldawien das Spendenkonto 3019544 „Suppenteller Moldawien“ bei der Raiffeisenbank Wels (BLZ 34680) eingerichtet und bittet um Mithilfe.