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Das Leben in Gott festmachen

9. Sonntag im Jahreskreis (Lesejahr A), 1. Juni 2008
Ausgabe: 2008/22, Leben in Gott festmachen, Schachinger, Martin Schachinger, Himmel, Evangelium, Lesung, Fundament des ewigen Glücks, Wort zum Sonntag, Gerechtigkeit, 9. Sonntag im Jahreskreis, Hildegard von Bingen, Dankbarkeit, Willen Gottes, Erlösung
28.05.2008
Der Himmel ist das Geschenk der Liebe Gottes zu seiner Schöpfung, wir können uns den Himmel nicht „verdienen“.
Diese Gewissheit aber, dass Gott uns das ewige Leben schon geschenkt hat, wird uns dazu bewegen, aus Dankbarkeit in unserem Leben aus Dankbarkeit dem Beispiel Jesu zu folgen und den Willen Gottes zu tun.



1. Lesung


Dtn 11, 18. 26–28. 32

Denn diese Worte sollt ihr auf euer Herz und auf eure Seele schreiben. Ihr sollt sie als Zeichen um das Handgelenk binden. Sie sollen zum Schmuck auf eurer Stirn werden. [. . .] Seht, heute werde ich euch den Segen und den Fluch vorlegen: den Segen, weil ihr auf die Gebote des Herrn, eures Gottes, auf die ich euch heute verpflichte, hört, und den Fluch für den Fall, dass ihr nicht auf die Gebote des Herrn, eures Gottes, hört, sondern von dem Weg abweicht, den ich euch heute vorschreibe, und anderen Göttern nachfolgt, die ihr früher nicht gekannt habt. [. . .] dann sollt ihr auf alle Gesetze und Rechtsvorschriften, die ich euch heute vorlege, achten und sie halten.


2. Lesung


Röm 3, 21–25a. 28

Jetzt aber ist unabhängig vom Gesetz die Gerechtigkeit Gottes offenbart worden, bezeugt vom Gesetz und den Propheten:
die Gerechtigkeit Gottes aus dem Glauben an Jesus Christus, offenbart für alle, die glauben. Denn es gibt keinen Unterschied: Alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren. Ohne es verdient zu haben, werden sie gerecht, dank seiner Gnade, durch die Erlösung in Christus Jesus.
Ihn hat Gott dazu bestimmt, Sühne zu leisten mit seinem Blut, Sühne, wirksam durch Glauben. [. . .] Denn wir sind der Überzeugung, dass der Mensch gerecht wird durch Glauben, unabhängig von Werken des Gesetzes.


Evangelium


Mt 7, 21–27

Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt. Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, sind wir nicht in deinem Namen als Propheten aufgetreten, und haben wir nicht mit deinem Namen Dämonen ausgetrieben und mit deinem Namen viele Wunder vollbracht? Dann werde ich ihnen antworten: Ich kenne euch nicht. Weg von mir, ihr Übertreter des Gesetzes! Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut. Wer aber meine Worte hört und nicht danach handelt, ist wie ein unvernünftiger Mann, der sein Haus auf Sand baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es ein und wurde völlig zerstört.



Die Gerechtigkeit spricht:

Ich bin hervorgegangen
aus dem springenden Urquell
und keine irdische Bedingung
kann mich in Schrecken versetzen.
Mit der Morgendämmerung
habe ich mich erhoben,
ich, die geliebteste Freundin Gottes.
Bei ihm werde ich bleiben,
und weiche nie von ihm.
In der glühendsten Dürre falle ich nicht,
da ich die Blühkraft aller Bäume bin,
die der Winter nicht welken lässt
und die im Sturmwind nicht fallen.

Hildegard von Bingen



Wort zum Sonntag


Das Fundament des ewigen Glücks

Jesus spricht davon, ob unser Leben auf einem Felsen oder auf Sand gebaut ist. Viele Dinge sind wie Felsen und geben unserem Leben Halt. Gelungene Beziehungen und abgesicherte materielle Bedingungen gehören ebenso dazu, wie eine erfüllende Arbeit und körperliche Gesundheit. Auch Werte und Gesetze geben unserem Leben einen Rahmen, der unsere Persönlichkeit und unser Zusammenleben stützt. Alle diese Dinge sind für unser Leben hier auf der Erde eine feste Basis und bilden die Säulen menschlicher Identität. Durch sie gelingt es, Erfordernisse des Lebens zu meistern.
Dazu kommt dann noch unser Denken an das Glück, das dieses Leben überdauert. Es gibt Handlungen, die einen Wert für die ewigen Zeiten haben. Nächstenliebe, Gebete, Riten gehören für gläubige Menschen dazu. Handlungen, die unseren Glauben mit den Erfordernissen des Alltags verbinden. Das sind Gebete, die uns stark machen für Nächstenliebe. Wir vollziehen Riten, die uns die Bedeutung von Knotenpunkten des Lebens erschließen. Wir suchen Zeiten zum Nachdenken, damit wir kreativ bleiben können. Wir feiern gemeinsam als Ausdruck der Zusammengehörigkeit und Liebe.
Bei all dem wird deutlich, dass wir uns den Himmel nicht verdienen können. Der Himmel ist das Geschenk der Liebe Gottes zu seiner Schöpfung. Diese Gewissheit aber, dass Gott uns das ewige Leben schon geschenkt hat, wird uns dazu bewegen, in unseren Handlungen, aus Dankbarkeit dem Beispiel Jesu zu folgen. Das ist die Basis für den Himmel. Hier finden wir uns in guter alter Tradition des Volkes Israel, das aus Dankbarkeit über die Errettung aus der Sklaverei in Ägypten die Zehn Gebote als Grundlage seines Zusammenlebens festgeschrieben hat. Zwei unerschütterliche Fundamente unseres ewigen Glücks sind Dankbarkeit und Liebe.

Zum Weiterdenken

Worauf verlässt du dich in deinem Leben?
Menschen, materielle Güter, auf die eigenen Fähigkeiten oder Versicherungen?
Kannst du glauben, dass du geliebt bist?
Bist du ein dankbarer Mensch?


Martin Schachinger, Pfarrassistent, Leiter des Aufbaus der neuen Seelsorgestelle Linz solarCity, Gemeindeberater und Supervisor; verheiratet und Vater von Nathalie und Niklas.

Den Autor erreichen Sie unter

sonntag@kirchenzeitung.at
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