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work.box: Üben, was man ändern kann

Für Jugendliche mit psychosozialen Problemen ist pro-mente-Projekt eine Integrations-Hilfe
Ausgabe: 2011/07, Jugendliche, Probleme, pro mente, Projekt, Integration, work.bo, Nemesch
16.02.2011
- Ernst Gansinger
„Hier kann man über alles reden. Die Betreuer/innen schauen voll darauf, dass du nicht gemobbt wirst. Wir halten gut zusammen, machen auch privat viel gemeinsam.“ – So schildert eine 20-jährige Betroffene die Unterstützung, die sie im pro-mente-Projekt work.box erfährt.

Jugendliche mit psychosozialen Problemen oder einer psychischen Erkrankung sind schwer am Arbeitsmarkt vermittelbar. work.box will sie für den Beruf stark machen. Das Bundessozialamt Landesstelle OÖ trägt die Kosten dieses Projektes, das 2004 begonnen wurde und mittlerweile vier Standorte hat – in Linz, Linz-Urfahr, Wels und Ried/I.

Wieder arbeiten oder zur Schule gehen. Mag. Manuela Nemesch hat mit Dr. Martin Pachinger, Leiter von pro mente Jugend von pro mente OÖ, das Projekt work.box aufgebaut. Im Projekt werden die Jugendlichen mit psychischen Problemen bei ihrer Suche unterstützt, was sie in ihrem Leben verändern können. Die work.box ist das Übungsfeld für solche Veränderungen. Nach dem Projekt-Aufenthalt sollen zumindest 30 Prozent der Jugendlichen eine Arbeit finden. Ein besonderer Erfolg ist es, wenn Jugendliche Mut und Kraft haben, eine Schule zu besuchen oder ein abgebrochenes Studium wieder aufzunehmen.

In der Gruppe lernen. An jedem Standort werden bis zu elf Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 15 bis 23 Jahren in ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützt. Sie können insgesamt 14 Monate bleiben. Die Jugendlichen sind dabei möglichst oft in der Gruppe. So stützen sie sich auch gegenseitig und erfahren viel über sich selbst. Das Projekt-Team leistet dabei Beziehungs-Betreuung. Unterschiedliche psychische Probleme müssen aufgearbeitet werden: Ängste, Depressionen, Abkapselungen, Selbstüberschätzungen ... So kann ein Ansatz sein, wenn sich ein Jugendlicher nicht unter Menschenmassen traut, genau das zu trainieren. Dabei helfen Jugendliche aus dem Projekt, die einen anderen Problemhintergrund haben, als Coaches mit.

Gute Vernetzung. Wichtige Übungsfelder sind auch das Bewerbungstraining sowie einmal in der Woche ein gemeinsamer Arbeitstag – die Linzer fahren in die pro-mente-Gärtnerei Schwaigau bei Asten. – Schnupperarbeit in Firmen, Rollenspiele, Ergotherapie, Gespräche und Gemeinschaftserlebnisse wie Ausflüge gehören genauso zum Programm. Parallel dazu kann – außerhalb – Psychotherapie in Anspruch genommen werden. Eine gute Vernetzung aller, die in die Betreuung eingebunden sind, ist wichtig.

- http://jugend.promenteooe.at





Und wieder: Abschiebung droht

Keine Woche vergeht ohne neue Berichte über drohende Abschiebungen von gut integrierten Asylwerbern. Aber auch keine Woche, ohne dass sich Österreicher/innen für diese von Ab-schiebung bedrohten Menschen einsetzen.
Letzte Woche berichteten wir über die drohende Abschiebung der beiden Nigerianer Melitus Onongaya und Maklele Dennis. Auf einen neuen Fall macht DI Armin Bumberger von Siemens VAI aufmerksam. Er setzt sich für eine in Linz wohnende arme-nisch-jesidische Familie ein (die Jesiden sind Angehörige einer kurdischen, monotheistischen Religion):
Es geht um Sahliko Shaveshyan, Susanna Khanshoyan und deren Kinder Arman, Armina und Artijom. Arman kam 2001 in Österreich zur Welt, Armina 2002 und Artijom 2003 in Deutschland. Herr Shaveshyan und Frau Khanshoyan haben einen Arbeitsvorvertrag, Herr Shaveshyan hat das Sprachzertifikat A2 für Deutsch. Die Kinder haben, soweit sie schon zur Schule gehen, positive Abschlüsse der Volksschulklassen. Sie alle sind in ihrem Umfeld bestens integriert.
Nach einem illegalen Grenzübertritt 2009 von Herrn Shaveshyan mit falschen Papieren bei einer Fahrt über das Deutsche Eck Richtung Innsbruck wurde er vier Monate inhaftiert, Deutschland sprach ein Aufenthaltsverbot aus. Dieses Verbot ist nun Hinderungsgrund für ein humanitäres Bleiberecht. Das entsprechende Ersuchen an die deut-schen Behörden zur Aufhebung des Aufenthaltverbotes ist seit Anfang Dezember 2010 unbeantwortet. Am 8. Februar 2011 wurde Herrn Shaveshyan von der Fremdenpolizei mitgeteilt, dass er binnen 14 Tagen abgeschoben werden soll.
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