Er kann einem ja leid tun, der Josef Bucher, angesichts des Schwunds an Abgeordneten und Wiederwahlchancen. Aber dass er sein angeschlagenes Mütchen ausgerechnet mit einer Attacke auf angebliche Kirchen-Privilegien aufzupäppeln versuchte, erwies sich als Schuss ins Knie. Mit seiner Behauptung, dass „die Kirche als zweitgrößter Immobilienbesitzer des Landes mit 250.000 Hektar Grund“ keine Grundsteuer bezahle, während der arme „Steuerzahler bluten muss“, lag er nämlich völlig daneben. Denn natürlich zahlen Diözesen oder Klöster Grundsteuer wie jede/r andere. Ausgenommen davon sind lediglich gemeinnützige Immobilien (Krankenhäuser, Kindergärten, Altenheime oder pastorale Einrichtungen wie Kirchen oder Pfarrheime). Als langjähriger Abgeordneter müsste Herr Bucher das wissen. Tut er wahrscheinlich auch. Aber der billige Gag aus der antiklerikalen Mottenkiste war ihm wohl wichtiger. Hans Baumgartner
Fußfessel statt Gefängnis?
Nun ist es offiziell. Ein Salzburger Sexualstraftäter bekommt keine Gefängnisstrafe auferlegt. Stattdessen bewilligte man ihm Fußfesseln. Was soll man dazu sagen? Da bleibt einem die Spucke weg. Ganz offensichtlich ist Vergewaltigung in Österreich kein wirklich schwerwiegendes Delikt. Wie sonst könnte man sich diese Entscheidung erklären? Der Täter hat das junge Mädchen mehrfach vergewaltigt und sexuell missbraucht – und dafür gibt es Hausarrest. Für das Opfer ist das auf jeden Fall ein Schlag ins Gesicht. Die Forderungen nach einem neuen strengeren Gesetz sind nur allzu verständlich. Und dieses muss so rasch wie möglich umgesetzt werden. Susanne Huber