Kein Mensch wird sie infrage stellen: die Winterreifen-Pflicht. Auf schwierige Fahrverhältnisse muss man sich einstellen – sonst wird es gefährlich. In ein paar Monaten ist es ja wieder vorbei mit Schnee und Eis. Mehr und mehr wird deutlich, dass es mit einem kurzfristigen Einstellen auf schwierige Fahrverhältnisse nicht getan ist. Der Verkehr ist zu einer der größten Herausforderungen der Gegenwart geworden. Der ökologische „Fußabdruck“, wie man es heute nennt, ist eigentlich zu einem Reifenabdruck geworden. Mehr und mehr wird deutlich: Zu hoch ist der Preis einer fast schrankenlosen Mobilität im wohlhabenden Drittel der Erde. Bei der Winterreifenpflicht ist klar: Mit einer Verordnung von oben ist es nicht getan. Es muss schon jede und jeder Einzelne die Konsequenzen ziehen. Die Umrüstung auf die Fahrverhältnisse für die Zukunft geschieht im Kopf – und liegt zu einem guten Teil ebenfalls bei den vielen Einzelnen. Je mehr Leute sich in puncto persönlichem Verkehrsverhalten umrüsten, umso größer die Chancen, dass es nicht zu einem ökologischen Winter kommt. Was das mit Glaube zu tun hat? „Du sollst nicht stehlen“, heißt es in der Bibel. Es geht um den Diebstahl an Zukunft.