Mit Geld umzugehen liegt ihr – aber mit einem sozialen Aspekt. Seit einem Jahr ist Marion Fercher für alternative Finanzierungsprojekte bei Jugend Eine Welt verantwortlich.
Ausgabe: 2012/46, Fercher, Jugend eine Welt, Geld, Horizont 3000, Kontrollerin,
14.11.2012
- Hans Baumgartner
„Die Zahlen sind schon mein Gebiet. Aber nicht als Selbstzweck, sondern mit einem sozialen Hintergrund“, sagt Marion Fercher. Deshalb hat sich die gelernte Betriebswirtin nach drei Jahren im Bankgeschäft nach einer anderen Beschäftigung umgeschaut. „Es war dann eine glückliche Fügung, dass bei der Entwicklungsorganisation Horizont 3000 eine Kontrollerin gesucht wurde. Denn nach einem Praktikum in Chile, wo ich eine für mich erschütternde Sozialsituation kennengelernt habe, und der Absolvierung eines Lateinamerika-Lehrgangs hat mich dieser Bereich besonders interessiert.“ Über den kirchlichen Hintergrund von Horizont 3000 wusste sie Bescheid, aber er war zunächst nicht ausschlaggebend. „Heute identifiziere ich mich damit viel mehr, denn ich habe die christliche Soziallehre und das Engagement der Kirche für die Armen sehr schätzen gelernt. Das ist gelebte Frohbotschaft.“ Angebot. Sieben Jahre hat Fercher bei Horizont 3000 als Kontrollerin und Bereichsleiterin Finanzen gearbeitet. „Ich habe das sehr gerne gemacht, wollte dann aber mit meinem Partner nach Kärnten zurückgehen. Und da hat mir Reinhard Heiserer von Jugend Eine Welt angeboten, die Leitung der Don-Bosco-Finanzierungs GmbH und anderer alternativer Finanzierungsschienen (zinsenlose Darlehen etc.) zu übernehmen. Das könne ich auch von Kärnten aus machen.“ Sie habe sofort zugesagt, auch weil sie zivilgesellschaftliche Modelle ethischer Geldanlagen sehr interessieren (siehe auch Thema).