Ansfeldner Jugendliche auf der Suche nach dem richtigen Maß
Wie Schüler/innen mit den Verlockungen der Konsumwelt vernünftig umgehen können, ist Thema eines Projekts an der HS Ansfelden. Gleichzeitig plagen immer mehr Familien an der Schule Geldsorgen.
Die Mädchen und Burschen setzten sich mit Verschuldung, Armut und deren Folgen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene auseinander. Die Ergebnisse haben die Schüler/innen vergangene Woche auf einer Fachtagung der Schuldnerhilfe Oberösterreich präsentiert. Der Titel: „Maßvoll im Maßlosen“. Kostenfalle Handy. „Wir haben uns als Erstes angeschaut und zusammengerechnet, wie viel wir wofür ausgeben“, erzählt Doreen Weiherer (13). Als Kostenfalle zeigte sich in einer 4. Klasse das Handy. Einer Schülerin entstanden Kosten von mehreren 100 Euro in einer Woche. Dennoch: Wenn diese eine hohe Handyrechnung weggerechnet wird, relativiert sich das Bild. So liegen die Handykosten bei den Ansfeldner Hauptschüler/innen im Schnitt bei 20 Euro im Monat. Eine Erhebung an der Schule zeigte außerdem: Am ehesten würden die Schüler/innen beim Auto oder einer eigenen Wohnung sparen, weniger verzichtbar erscheinen etwa Freizeitaktivitäten und das Handy.„Wie soll man ohne Handy etwas ausmachen mit Freunden?“, fragt sich etwa Sebastian Fink (14).
Vergleich mit Realität. Mit einer ganzen Fülle von finanziellen Wünschen haben sich die Schüler/innen ebenso beschäfigt. Auf der Wunschblume landete etwa ein Führerschein oder ein Smartphone. Der pädagogische Ansatz bei dem Projekt: In einem gewissen Zeitabstand sollen die Schüler/innen noch einmal schauen, wie realistisch ihre Pläne waren und sind. Reale Geldsorgen. Nicht bloß fiktive, sondern ganz reale Geldsorgen plagen unterdessen einige Familien der Hauptschüler/innen in Ansfelden. „Ich habe mit einer Klasse zu Schulbeginn einen mehrtägigen Ausflug ins Mühlviertel unternommen. Sechs von 15 sind aus finanziellen Gründen zu Hause geblieben“, erzählt die Lehrerin Ayse Sarikaya. Die Eltern auf finanzielle Unterstützungen hinweisen, ist eine Reaktion der Schule, erklärt ihre Kollegin Ingrid Fellinger. Und: „Wir schauen, dass wir unsere Klassenfahrten mit dem Zug und nicht mit dem Bus machen. Da können wir zum Beispiel sehr viel einsparen.“