Irgendwann, es war in einer anderen Zeit und anderen Welt, also noch bevor ich Papa wurde, habe ich betont, dass es toll ist, wenn Kinder möglichst stark ihren eigenen Willen zeigen. Nein, ich bin mittlerweile nicht komplett anderer Meinung. Ich weiß aber um die Konsequenzen. An folgende sich wiederholende Szene denke ich: Mein älterer Sohn klopft im Billa gegen die Theke und skandiert laut: „Wurstsemmerl“, seine kleine Schwester macht begeistert mit und die Verkäuferin unterdrückt mit Mühe ein Lachen. Nicht selten werde ich weich und kaufe das Gewünschte. Denn: Wenn du schwach bist, sind deine Kinder stark. Oder so. Ist jetzt nicht der beste Slogan für einen Erziehungsratgeber, obwohl das wäre was Neues am Buch-Markt. Apropos Ratgeber, da meine Zweijährige ihren Willen immer mehr „entdeckt“ hat und ihre eigenen Wünsche vehement einfordert, habe ich nachgelesen, und: „Es gibt das Trotzalter nicht“, ist ein Statement des renommierten Experten Jesper Juul dazu. Sondern: Die Kinder wollen ein Stück unabhängiger werden. Juul ist schon Opa, der sieht das wahrscheinlich mit dem nötigen Abstand. Nur wie sage ich zu dieser „Zeit des starken Willens“ nun? Meine eigene individuelle Lösung: Wurstsemmerlphase.