Kopf Der Woche: Abt unter 41 Mitbrüdern ist Martin Felhofer schon seit 1989. Und künftig will er den 180.000 Mitgliedern der Katholischen Frauenbewegung Begleiter sein.
Den elterlichen Bauernhof hat der Älteste bekommen. Kein Problem war das für Josef – der wollte schon als Bub Priester werden – und Ordensmann. Schließlich lebte die Familie Felhofer in direkter Nachbarschaft zum Prämonstratenserstift
Schlägl. „Ich hatte eine sehr gute Beziehung zu den späteren Mitbrüdern, besonders zu Bruno.“ 1966 trat er in den Orden ein. Aus Josef wurde ein Martin. Seit 1989 steht er als Abt den heute 41 Ordensmännern des Stiftes im Böhmerwald vor. „Ich habe einen bäuerlichen Hausverstand, en- gagierte Mitbrüder und gute Mitarbeiter/innen“, meint er. Mit rund 180 Angestellten der Stiftsbetriebe ist Felhofer nun gewissermaßen der größte „Bauer“ der Gegend. Bäuerlich hat für ihn viel mit Kultur zu tun. Die Verbundenheit mit der Schöpfung, das Menschliche – die Beziehung zu Gott – das gilt es zu pflegen und zu bebauen. Auf Frauen hören. Jetzt – mit 65 – kommt ein neues Feld hinzu. Die Katholische Frauenbewegung Österreichs hat angeklopft, ob er ihr Geistlicher Assistent werden wolle – als Nachfolger von Abt Christian Haidinger von Altenburg. Abt Martin hat ja gesagt. Weil die Frauenbewegung eine ganz wichtige Organisation der Kirche ist. Hinhören möchte er, was Frauen bewegt. Und ermutigen will er, dass sich die Frauen in der Kirche einbringen – und dass sie sich als Christinnen auch in der Welt einbringen. Sie sind getauft, sie sind gefirmt. Sie haben alles, was man dazu braucht. Und mit den Frauen will er sich dafür einsetzen, dass auch die Kirche ihrerseits diese Würde der Frauen ernst nimmt und besser nützt. Das Diakonat für Frauen zu öffnen sieht er als einen möglichen Schritt. Da versteht sich der „Bauer“ als Brückenbauer.