Die neue Katze beißt in die große Zehe, funktioniert Schuhe zum Kratzbaum um. Ein Unter Uns von Josef Wallner.
Ausgabe: 2012/47, Unter uns, Katze, Haustiere
21.11.2012
- Josef Wallner
Als meine Tochter Teresa ein „kleines, süßes“ Kätzchen haben wollte, für das sie natürlich ganz allein sorgen und mit dem wir selbstverständlich überhaupt keine zusätzliche Arbeit haben würden, war meine Antwort ein kategorisches Nein. Und zwar gut begründet: Wir wissen nicht, ob unser Hund eine Katze akzeptieren würde oder wie der alte Kater auf einen Eindringling reagiert. Schließlich kommt noch die Frage des „Kisterls“ und so weiter. Also nein und nochmals nein. Inzwischen ist Findus – so heißt das kleine Mistvieh – drei Monate bei uns. Ich muss zugeben, dass mir etwas fehlen würde, wenn er nicht da wäre: Wer würde mich sonst in der Früh beim Waschbecken in die große Zehe beißen? Wer würde mich beim Zeitunglesen dazu bringen, zwischendurch immer wieder aufzuspringen und zur Wohnzimmerbank zu stürzen, um zu verhindern, dass er sich dort die Krallen schärft? Wer sonst würde mich dazu bringen, die Schuhe ordentlich wegzuräumen, damit sie nicht zum Kratzbaum werden? Es gibt wirklich 99 sehr gute Gründe, gegen eine Katze im Haus zu sein. Das Problem ist der hunderste. Nach den vielen Nein kommt man schließlich zu dem Punkt, an dem man sich eingesteht: Lieb sind sie doch, die kleinen Katzen.