Der Advent beginnt. Dass Gott nicht auf Vorleistungen, Fähigkeiten, und schon gar nicht einfach auf Glück setzt, wird nun begangen. Ein Leitartikel von Matthäus Fellinger.
Wie damals ist es nicht mehr – als Sklavenhändler die „Ware“ Mensch mit groben Händen befühlten, ob sie für die vorgesehene Arbeit geeignet wären. Wissen wollen Dienstgeber auch heute, worauf sie sich einlassen, wenn sie jemanden engagieren. Vorstellungsgespräche, Hearings, bisweilen auch Casting-Shows sollen Sicherheit bringen. Zeugnisse. Auftreten. Können. Belastbarkeit. Man will darum wissen, ehe man jemanden engagiert. Auch heute. Mit dem ersten Adventsonntag beginnt der Weihnachtsfestkreis im Kirchenjahr. Eine völlige Umkehr ist damit verbunden: Dass Gott nicht auf Vorleistungen, Fähigkeiten, und schon gar nicht einfach auf Glück setzt, wird nun begangen – sehr festlich sogar. Die wichtigste Sache vertraut Gott einem Kind an – ganz ohne Hearing und ohne Casting-Show. Ein großes Zutrauen ist das. Eine Frohbotschaft bahnt sich an – vor allem für jene, die auf den Menschenmärkten der heutigen Zeit übrig bleiben. Oft scheitern sie an Vertrauensschwäche der Entscheidungs-Elite. Glauben ist sehr konkret. Es heißt, auf Menschen bauen, die nichts vorweisen können – außer sich selbst. Wer mit großem Zutrauen Menschen begegnet, wird ihnen auch Großes zutrauen können.