Ist es Zufall, dass die intensivste Zeit der Heilsgeschichte – die Zeit Jesu – sich im Zeitalter des Gehens ereignet? Fast alle sind unterwegs gewesen: Maria und Josef von Nazareth Richtung Bethlehem. Das Kind wird unterwegs geboren. Hirten verlassen ihren Arbeitsplatz, um nachzuschauen, was los ist. Weise brechen auf. Weil sie vermutlich wohlhabender waren, zogen sie im Schrittmaß der Kamele. Im Zeitalter der Billigflüge, der Hochgeschwindigkeitszüge und Autobahnen lassen die Menschen den Großteil möglicher Lebenserfahrung links und rechts liegen. Stehenbleiben wäre gar nicht möglich. Doch: Wo jemand Hilfe braucht, sollst du stehenbleiben. Das ist eine der deutlichen Botschaften des Evangeliums. Und gerade sie kommt unter die Räder. Aus Mitläufern wieder zum Fußgänger zu werden – das wäre eine „Übungsaufgabe“ für den Advent. Mitläufer schließen sich einfach an, ohne viel zu überlegen. Jemand wird schon wissen, wohin die Reise geht. Sie halten sich nicht lange auf mit Zwischenfällen. Mitgehen ist anders: Es ist mit der Aufmerksamkeit für den Weg und die Wegränder verbunden, offen für Begegnung auf dem Weg. Sich aufhalten lassen ist dort kein Problem.