Die neuen Medien ermöglichen es, immer und überall für jeden erreichbar zu sein. Doch wie weit wollen und brauchen wir das wirklich? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Schüler/innen des Schulzentrums der Kreuzschwestern Linz in der Fastenzeit.
In dem Projekt sollten sich die Schüler/innen ihrer Aktivitäten im Internet und ihres Umgangs mit Handy und Computerspielen bewusst werden. Die gewählten Ansätze der Schüler/innen waren dabei höchst unterschiedlich. „Kein Anschluss unter dieser Nummer“, hieß es etwa für einen Tag bei den beiden AHS-Schülerinnen Angelika und Lena (beide 15). Sie ließen ihre Handys ausgeschaltet und tauschten sie zur Sicherheit untereinander aus. Kein leichter Verzicht, wie die beiden berichteten. Weniger das Telefonieren als das SMSen und sich über WhatsApp mit Freunden auszutauschen, machte den beiden zu schaffen. Denn nach eigenen Angaben wurden so knapp 200 Meldungen an diesem Tag verpasst.
Lernen statt Spielen
Einen anderen Weg wählte der 13-jährige Benjamin. Er verzichtete nicht ganz aufs Computerspielen, aber reduzierte seine Computertätigkeit von zwei auf eine halbe Stunde pro Tag. Mit positivem Effekt: Durch mehr Zeit zum Lernen stellten sich bald bessere Noten ein. Den wohl radikalsten Schnitt machten zwei Schülerinnen der 4. BAKIP-Klasse: Sie verzichteten für die gesamte Projektdauer komplett auf Facebook.
Gemeinschaft
Als Schülerin einer Laptop-Klasse naturgemäß den intensivsten Kontakt mit interaktiven Medien hat die 18-jährige Nicole. Wenn bei ihr der Laptop eingeschaltet ist, läuft auch Facebook im Hintergrund. So ist man ständig informiert, was sich in den Lerngruppen der Klasse tut und was Freunde posten oder liken. Darauf will sie in einer Laptop-Klasse auch nicht verzichten. Die größte Veränderung stellte sich bei ihr daher im Internat ein. War es zumeist üblich, sich am Abend im Zimmer am eigenen Computer Filme anzuschauen, wurde dies nun kollektiv in den Gemeinschaftsraum verlegt. Dadurch wurde unter den Internatsschüler/innen wieder mehr miteinander kommuniziert und so das Gemeinschaftsgefühl gestärkt.
Positives Fazit
Seinen Abschluss fand das Projekt bei einem Gottesdienst im Neuen Dom, wobei auch einige Schüler/innen über ihre Erfahrungen berichteten. Das Fazit fiel dabei recht einhellig aus: Auch wenn den Teilnehmer/innen der gewählte Weg nicht immer leichtgefallen ist, so nahmen sie doch alle für sich etwas Positives aus dem Selbstversuch mit.
Initiator zufrieden
Zufrieden zeigte sich auch Religionslehrer Josef Hofer, der das Projekt am Schulzentrum betreute. „Ich glaube, es ist uns recht gut gelungen, den Jugendlichen einen bewussteren Umgang mit den neuen Medien aufzuzeigen und sie zum Nachdenken anzuregen“, resümierte er. Gemeinsam mit seinen Kolleg/innen stand er den jungen Menschen der Schultypen AHS, HLW und BAKIP mit Anregungen und Ratschlägen während des Projekts unterstützend zur Seite.