Die Fastenzeit ist lang, zumindest für Kinder. Beim Warten auf den Ostersonntag verkürzen sie sich gerne die Zeit. Sie üben Lieder, blasen Eier aus, bemalen jene, die dem Druck standgehalten haben, und gestalten Ostereinladungen. Dazu beschäftigen sie sich mit dem, was kindliche Ostern ausmacht. Auferstehung oder Osterhase?
Unsere beiden Kinder, bald vier und sieben Jahre alt, schmücken den Osterstrauch und unterhalten sich über den Osterhasen. Gibt es ihn wirklich? „Kann er die Geschenke überhaupt einkaufen, tragen und verstecken?“, fragt der Ältere. „Denk einmal nach“, schlage ich vor und erhalte die Antwort: „Nein, all das kann ein Hase nicht.“ Die Jüngere nickt dazu abgeklärt, als hätte sie ihr ganzes vierjähriges Leben lang keinen Gedanken an den Osterhasen verschwendet. Beinahe glaube ich ihr, denn sie ist der erklärte Jesus-Fan in der Familie. Seit einem Jahr studiert sie Kreuzigungsbilder. Bei der Ostermesse im letzten Jahr wollte sie lautstark den Auferstandenen sehen und am Palmsonntag hat sie mit Inbrunst die Liedzeile „Ich gehe für euch in den Tod“ gesungen. Immer wieder lässt sie sich die Ostergeschichte vorlesen. „Warum?“, frage ich sie, und ihre Antwort rührt mich: „Weil ich Jesus so lieb habe.