Tausendfach bricht jetzt das Leben hervor. Ausgesetzt, sehr empfindlich ist es am Anfang. Eine Zeit lang braucht es den geschützten Rahmen, in dem es nicht schon den rauen und harten Bedingungen aus- gesetzt ist. Das künftig Bedeutsame kommt nicht fertig und sofort erkennbar auf die Welt. Viel Zuwendung und Wärme braucht es, damit es sich entfalten kann. Es scheint, als hätte unsere Zeit nur Interesse am Fertigen, Ausgereiften, sofort Nutzbaren. Aber wo immer nur das Fertige und Perfekte zählt, dort herrschen schlechte Nachwuchsbedingungen. Brauchte nicht auch die Geschichte Jesu 30 Jahre, ehe sie öffentlich wirksam wurde? Und als er dann zu wirken begann, hat er sich keine fertig ausgebildeten Fachleute ins Boot geholt. Die da waren, hat er angesprochen – und er hat ihnen wiederum Zeit eingeräumt, in denen sie ihm allmählich nahe kommen konnten. Das Christentum hat eine Vorliebe für Anfänge und Anfänger/innen. Es traut ihnen sehr viel zu. Es hält den Menschen nicht erst für wertvoll, wenn er ausgebildet ist. Liebt eure Anfängerinnen und Anfänger. Habt Geduld mit dem Unfertigen. Auch das ist ein Gebot des Glaubens.