Da mein Sohn die achte Schulstufe besucht, nimmt er am 17. April an der österreichweiten „Erhebung der Bildungsstandards in Englisch“ teil, auf Deutsch: die Englischkenntnisse aller 14-jährigen werden getestet. Aufmerken ließ mich, dass er in diesem Zusammenhang fragte, wieviele Bücher wir zu Hause hätten. Mehr als zehn, mehr als hundert oder über fünfhundert. Ein Teil dieses Englisch-Tests besteht aus einem Fragenbogen über das Elternhaus. Ich kann mir auf die Frage natürlich einen Reim machen, kurios bleibt sie trotzdem. Ich bin ein Büchernarr, aber auf die Idee, meine Bücher zu zählen, wäre ich noch nie gekommen. Mein Zugang ist anders: da gibt es die Bücher, die ich wirklich studiert habe. Von denen profitieren aber meine Kinder nicht, weil sie sie wegen meiner ungelenken Unterstreichungen „grauslich“ finden und sicher nie in die Hand nehmen werden. Dann habe ich eine schöne Sammlung von Palästina-Reiseberichten – leider 19. Jahrhundert, was die Kinder auch nicht wirklich cool finden. Aber meine Freude an Büchern spüren sie schon und vor allem meine Überzeugung, dass Bücher eher zum Lesen als zum Zählen gemacht sind. Sollte unseren Bildungsexperten aber geholfen sein, könnte ich meine Bücher auch einmal wiegen.