Meine Eltern ließen mich auf „Josef“ taufen, im Kloster wurde ich "Adalbert".
Ausgabe: 2013/16, Adalbert, Namenstag, Haudum
17.04.2013
- Adalbert Josef haudum OPraem
Mit dem Klostereintritt 1966 in das Stift Schlägl durfte ich dann einen Ordensnamen wählen – damals gab es im Konvent mehr als ein Dutzend „Josefs“ – nicht so sehr um Verwechslungen auszuschließen, sondern um ein Ordensideal sichtbar zu machen: Mit dem Klostereintritt gilt es, „ein neuer Mensch zu werden“.
In meiner Wunschliste, die ich dem Abt vorschlagen durfte, stand „Adalbert“ ganz zuoberst, weil er mir einfach sympathisch war. Adalbert war zweiter Bischof von Prag, er hatte in Italien die Cluniazensische Reform kennengelernt und wollte sie auch in sein Bistum bringen, was mit erheblichem Widerstand von Klerus und Volk verbunden war; zweimal verließ er deshalb seine Diözese, doch zum einen der Papst, zum anderen einflussreiche Kreise holten ihn wieder zurück. Auf einer Missionstour zu den heidnischen Pommern wurde er am 23. April 997 in Ostpreußen erschlagen.
Vor dem großen Millenniumsgedenken seines Todes hat auch der tschechische Staat intensive Forschungen betrieben, um diese bedeutende Gestalt der frühen böhmischen Geschichte historisch fassbarer zu machen, etwa die Ausgrabungen der Stammburg der Slavnikiden in Lidice an der Labe, wo Adalbert um 956 geboren wurde. Zur Jahrtausendfeier seines Todes stiftete ihm der tschechische Staat eine Grab-Gedenkstelle mitten im Kirchenschiff des Veitsdomes. Er gehört zu den am meisten verehrten Heiligen in Böhmen und Polen.