"Das Gehen ist (d)eine Erkenntnis - das lange, ausgreifende, vielfältige Gehen, über Berg und Tal." - Zitat von Schriftsteller Peter Handke.
Ausgabe: Dank-Stelle
23.04.2013
Beim Gehen für sich entdecken:
Dem Gehen Einhalt gebieten! So war mit ein wundervolles Beobachten beschert. Ich beobachtete auf einer Blumenwiese, auf einer Margerite, wie eben ein Schmetterling dabei war, seine unansehnliche, graubraune Hülle abzustreifen. Erst erkannte ich nur, wie sich ein Köpfchen mehr und mehr mühevoll aus seinem engen „Kleidchen“ zwängte. Nach und nach kam der Körper zum Vorschein. Ich sah wie gebannt diesem wundervollen Schauspiel zu. – Noch ein kleines Ruckerl und ein Schmetterling war geboren. Erschöpft lag er mit total zusammengedrückten Flügeln da. Noch konnte ich nicht erkennen, wer sich da den Weg in Gottes schöne Natur gebahnt hatte. Die Sonne liebkoste den kleinen Körper, ein Zittern durchlief ihn und er breitete seine farbenprächtigen Flügel zum Trocknen aus. Es verschlug mir fast den Atem vor Ehrfurcht, was ich hier bestaunen und erleben durfte. Es war ein leuchtend schönes Pfauenauge. Immer wieder öffnete und schloss er die Flügel und bebte und zitterte im Sonnenschein. Plötzlich öffnete er sie weit – ein zaghafter, kurzer Flügelschlag noch auf der Blume, dann erhob er sich, drehte einige Kreise und landete zielsicher wieder auf seinem Ausgangspunkt. Nach kurzer Rast erhob er sich erneut. Er tanzte gaukelnd im Kreis um mich herum, als ob er sich verabschieden wollte. Ich sah ihm nach wie er noch auf mancher Blume inne hielt, ehe er sich in die Lüfte schwang und langsam meinen Blicken entschwand.
Ich weiß nicht, wie lange ich so dastand, Zeit und Raum vergessend, staunend und dankbar erkennen: Gott wie wunderbar sind deine Werke!! Mir kommen vertraute Bibelworte in den Sinn, wie: die Lilien auf dem Feld mit ihren prachtvollen Gewänder – die Vögel des Himmels – und Gott sorgt für sie. Um wieviel mehr dürfen wir vertrauen, dass Gott auch für uns sorgt, uns liebt und trägt!! Freude und ein tiefer Friede erfüllte mich ganz. Ich bin glücklich und dankbar, mich als Gottes Kind zu wissen!
Karin Seiler, Wels
Pilgern
Ich bin als Pilgerbegleiter gerne in der Natur unterwegs. Beim Gehen werden die Gedanken leicht und in Gemeinschaft schweigend zu gehen hat etwas besonderes an sich. Die Sinne werden frei und offen, das macht Sinn.