Es ist schon etwas Eigenes um das Warten in dieser adventlichen Zeit. Es ist kostbar und doch so selten geworden.
Ausgabe: Dank-Stelle
23.04.2013
Es wird missbraucht an Bratwürstel-Eischen und Punsch-Standln und auch der Engel im grellen Flügelkleid vor dem Großkaufhaus weiß nichts vom Warten könne auf das Verkünden einer bleibenden Freude. –Aber ist da nicht auch noch die Familie, nahe dem kleinen Licht, horchend der jahrhunderte alten Geschichte – und doch immer wieder neu – eingefügt in das sehnsüchtige Lied: „Tauet Himmel“Und ist da nicht der alte Krippenschnitzer, nahe verschneiter Bergwiesen, der mit zittrigen Händen seine Kripp aufstellt:Den mühsam gehenden Hirten, die Schafe, den Stall und das Kind – ja, das Kind: Erfüllung allen wartens.Und sind da nicht Nachbarn, die behutsam das Licht auf dem Kranz angezündet haben, im großen Stiegenhaus, gerade jetzt, als ich mit dem Rollstuhl nach Hause komm. Ein Zeichen gemeinsamen Wartens, in dem tröstliche Ökumene geschieht.In der durchsichtigen Andächtigkeit einer adventlichen Stunde dürfen wir das Eigentliche, das Innerste des Wartens erfahren, wenn es sich am Heiligen Abend mit der Botschaft des Engels zu einen vermag und das Warten zur Erfüllung wird, zum gesegneten Reichtum aus der Armut einer Futterkrippe.Irmtraud Binna, Bad Ischl