Terror in Boston. Erdbeben in China. Es gibt Ereignisse, an denen keine/r vorbeikommt. Papstrücktritt und Papstwahl waren auch solche Ereignisse. Und dann gibt es Themen, die auf lokaler Ebene die Foren beherrschen, als wären sie das Wichtigste der Welt: ein Musiktheater, der jährliche Marathonlauf. Was „kalt lassen“ darf – und was man an sich heranlässt – das ist die Herausforderung in einer Welt, aus deren Ecken und Enden man schier alles erfahren kann. Aber – man ist sich noch lange nicht nähergekommen, bloß weil viele von Demselben reden. Das Gebot der „Nächstenliebe“ stellt sich in einer globalisierten Welt neu. Was – und vor allem: wen – lässt ein Mensch wirklich an sich heran? Es ist wie beim kindlichen Suchspiel: „Warm“ ruft man als Hilfe dem Kind zu, wenn es dem Gesuchten nahe ist, „kalt“, wenn es sich entfernt. Erwärmen soll man sich für die Anliegen, bei denen man etwas tun kann. Kalt darf lassen, wo es nur um Neugier geht. Auch das ist Kirche: Eine Gemeinschaft, in der es ein Teilen der Aufmerksamkeit gibt. Man muss sich nicht für alles selbst erwärmen. Es sind auch andere da. Aber: Schlimm ist es, wenn nichts Warmes mehr ist – und jemand nur noch im Kaltzustand lebt.