Ausgabe: 2013/18, Pensionierung, Ende, Glaube, Leben
29.04.2013
- Matthäus Fellinger
Das war es also. Bei der Pensionierungsfeier werden die Verdienste noch einmal aufgezählt – was einer geleistet hat im Leben – und dann: Tschüss! Bei Florian wird es auch so gewesen sein: früher ein hoher Beamter, jetzt: Pensionist. Merkwürdig: Die Verdienste während seiner Karriere im Staatsdienst sind längst vergessen – nicht wichtig genug, dass man sich 1708 Jahre nach seinem Tod daran erinnern würde. Erst was dann kam, hat es in sich. Mit der Pensionierung ist das Leben nicht zu Ende. Bei niemandem, bei Florian auch nicht. Sein Einstehen für Christus ist es, das seinem Leben endgültig Bedeutung gab. Er hat die Tür des Gottesglaubens, die ein Leben über jede Planbarkeit und über wirtschaftliche Leistungen hinaus weit öffnet, aufgestoßen – und er hat sich um den Preis seines Lebens in diese Tür gestellt, dass sie nicht wieder zufällt. Das ist Florian: Er zeigt, dass es keine Pensionierung vom Christsein, überhaupt: vom Leben, gibt. Da wird man nicht abgefertigt und außer Dienst gestellt. Vielleicht war er erst jetzt frei genug, sich dem wirklich Wichtigen zu stellen. Wer hätte das von Florian damals gedacht: in Pension, und jetzt fängt dieser Mensch erst recht zu leben an.