Nicht nur Gras und Blumen – auch die Gefühle schießen um diese Zeit in die Höhe. Der Mai – sagt man – sei der Monat der Liebe. Mit dem Gernhaben täten sich Menschen in dieser so angenehmen und milden Zeit ein wenig leichter als sonst. Die Liebe – wetterabhängig? Da ist es nicht weit zur Behauptung, als wäre die menschliche Liebe insgesamt nur ein Produkt von Lebensumständen. Wenn die Bedingungen passen – Glück gehabt! Wenn nicht: Was kann denn ein Mensch dafür? Der Mensch – er wäre ein bloß Getriebener, nicht wirklich verantwortbar für Gutes und Böses.
Man muss genauer hinsehen: Es gibt kein Blühen, dem nicht auch Zeiten der Sommerdürre und der winterlichen Frosteinbrüche vorausgingen. Die Zeit der Blüte ist dann der Moment, in dem das Leben zum Leuchten kommt. Vielleicht ist es auch mit der Liebe so: Sie könnte nicht aufblühen, wenn sie Dürrezeiten und Frosteinbrüche nicht durchlebt hätte. Vielleicht war die Liebe in dieser Zeit besonders gefragt. Man sagt, die höchste Widerstandskraft entwickeln Pflanzen auf kärgeren Böden – und ihr Blühen wäre besonders schön. Der Liebesmonat Mai: jetzt kommt ans Licht, wie stark die Liebe sogar im Winter war.