Beeindruckende Bilder boten sich den Menschen zwischen Dachsberg und Eferding, wenn sie an diesem 30. April vormittags aus ihren Häusern blickten. Eine schier endlos scheinende Schülerschar stapfte über Wege und Straßen.
Ausgabe: 2013/19, Pater Karer, Träume, Prof. Zimmerer, Wanderung, GEHmeinsam
08.05.2013
- Christoph Steiner
Rund 800 Schüler/innen mitsamt Lehrer/innen hatten sich für das Projekt GEHmeinsam auf den Weg gemacht und die zehn Kilometer vom Gymnasium zur Stadtpfarrkirche Eferding in Angriff genommen.
Das Wetter hatte es gut gemeint für dieses Unternehmen. „Wahrscheinlich weil unsere Schule einen sehr guten Draht nach oben hat“, wusste eine der Lehrerinnen auch einen plausiblen Grund dafür. Knapp nach halb acht begrüßte Direktor Pater Ferdinand Karer OSFS seine Schüler/innen bei angenehmem Wetter und erinnerte dabei noch einmal an das Jahresthema der Schule: „Hör nicht auf zu träumen von einer besseren Welt!“ Träume sollen Wirklichkeit werden, und mit dem gemeinsamen Weg an diesem Tag sollte anderen Menschen geholfen werden. Fünf Mädchen in Benin wird mit dem Erlös aus dem Aktionstag der Schulbesuch möglich. Außerdem werden jene afghanischen Jugendlichen unterstützt, die seit Jänner in der Schule betreut werden. Sie waren an diesem Tag mit dabei.
Engagierte Schüler/innen
Geplant wurde das Ganze seit Beginn des Sommersemesters unter der Federführung von Professor Franz Zimmerer. Die 7B-Klasse war mit großem Einsatz dabei. Sie machte sich auf den Weg in die Klassenzimmer ihrer Kolleg/innen und animierte sie mit Spendenaufrufen, das Projekt zu unterstützen. Heute wurde das Endergebnis präsentiert: Unglaubliche 21.000 Euro kamen auf diesem Weg zusammen, die nun für die unterstützten Projekte verwendet werden sollen.
Die Wanderung selbst wurde zügig in Angriff genommen. Nach knapp drei Stunden und einem längeren Zwischenstopp bei einer Versorgungsstelle war das Ziel in Eferding erreicht. Dort gab es in der vollen Stadtpfarrkirche eine eindrucksvolle interreligiöse Feier. Zentrale Botschaft dabei: Schluss mit Krieg! Statt dessen soll es ein friedliches Miteinander der Religionen geben. „Denn kein Volk kommt ohne Gott aus, egal wie der auch heißen mag“, strich Pater Karer dabei die Gemeinsamkeiten der Religionen und ihre moralischen Werte hervor.
Selbst verfasste Gedichte
Zu den emotionalen Höhepunkten des Gottesdienstes zählten die Beiträge der afghanischen Flüchtlinge. Sie trugen selbst geschriebene Gedichte und Lieder vor, welche anschließend ins Deutsche übersetzt wurden. Die beeindruckenden Werke zeichneten ein Bild von Leid, Angst, sie zeugten aber auch von einer großen Sehnsucht und vom Traum einer Zukunft in Freiheit und Frieden. Eine Botschaft, die auch bei den Zuhörer/innen merklich Eindruck hinterließ. Sowohl die Gedichte als auch die vorgetragenen Lieder wurden mit viel Applaus bedacht. Man konnte den Wunsch und Willen für eine bessere, gemeinsame Zukunft so richtig spüren.
Abschluss im Schloss
Zu einem besonderen Abschluss lud Fürst Georg Starhemberg in sein Schloss neben der Kirche. Alle Schüler/innen und Begleiter/innen konnten sich bei Pizzaweckerln und Getränken stärken und den Vormittag Revue passieren lassen.
Schmerz
Der Schmerz konnte uns nicht töten. Wir töteten den Schmerz. Der Schmerz attackierte … und zerbrach unsere Herzen. Er attackierte heftig … Aber er wurde müde. Der Schmerz fing uns ein. Aber unsere Seelen wehrten sich gegen die heftigen Attacken. Wir warteten – bis die Wolken auf uns weinten. Und dann sahen wir die Traurigkeit erbrechen. Weder hatten wir einander verloren noch hatte die Angst uns zerstört.
Rohullah Nasr, Schüler aus Afghanistan, trug sein Gedicht beim Gottesdienst vor