Normalerweise sind es die teuren Dinge, die bei Paraden gezeigt werden – die neuesten Waffen zum Beispiel, mit denen Mächtige ihre Verteidigungsbereitschaft demonstrieren. Man kann es sich leisten. Paraden stehen für Macht.
Katholikinnen und Katholiken gehen auch auf die Straße – diesen Donnerstag, zu Fronleichnam. Zwar ziehen viele ihre Trachten an, Blumen werden gestreut, aber was gezeigt wird ist unscheinbar, winzig, auch wenn es in einer goldenen Monstranz mitgetragen wird: ein Stück Brot. Auf wenige Cent werden sich die Herstellungskosten belaufen.
Nicht einmal für eine Mahlzeit würde das Stückchen reichen. Trotzdem wird es als das Kostbarste gezeigt, das Christen zeigen können. Sie bringen dieses Brot in enge Verbindung mit Jesus Christus. Nirgendwie sonst lässt er sich so tief erfahren wie in diesem Brot. Aktienpakete, Schmuck, gefüllte Konten und gesammelte Kunstwerke werden nicht wirklich satt machen. Dabei geben sich Menschen so viel Mühe um den Erwerb solcher Dinge. Das Brot für sich genommen würde auch nicht reichen. Aber dass da einer sein ganzes Leben in diesem Stück Brot gibt – die Liebe also, die darin steckt – das ist das Kostbare daran. Kostet und seht.