Vor 20 Jahren wurden Roma und Sinti in Österreich als eigene Volksgruppe anerkannt. Damals entdeckte auch Monika Scheweck die Roma – und der Faden, der sie mit ihnen verband, wurde immer dicker.
Durch einen Zentralführungskreis der Katholischen Arbeiterjugend, der im Burgenland stattfand, kam Monika Scheweck vor 20 Jahren erstmals in Kontakt mit Roma. „Ich erinnere mich noch genau, weil ich damals ziemlich schockiert war, dass ich als Burgenländerin eigentlich nichts über die schwierige Lebenssituation der Volksgruppe wusste und auch keine persönlichen Kontakte hatte.“ Aber ab diesem Abend wurde es anders. Gemeinsam mit einer KAJ-Kollegin fuhr Scheweck von Wien immer wieder zu Veranstaltungen der Roma und lernte Leute aus der Volksgruppe kennen. Nach dem schrecklichen Attentat vom 4. Februar 1995 initiierte sie gemeinsam mit der KJ Oberwart und dem Verein Roma-Service eine gemischte Jugendgruppe. „Und weil ich da manchmal auch übernachten musste, lernte ich die tolle Gastfreundschaft der Roma kennen. Und ihr Vertrauen zu mir wuchs – auch, nachdem sie sahen, dass ich einen jungen Roma mehrfach im Gefängnis besucht hatte.“
Für sie da
1995 wurde auf Betreiben des damaligen Roma-Seelsorgers Werner Klawatsch von der Diözese Eisenstadt auch das „Referat für ethnische Gruppen, besonders Roma und Sinti“ eingerichtet. Vor 15 Jahren wurde Scheweck gebeten, die Leitung zu übernehmen. Seitdem ist sie für die Roma Seelsorgerin, Sozialarbeiterin, Volksgruppen-Beirätin, Vertreterin in kirchlichen Gremien, aber vor allem Gesprächspartnerin in allen Freuden, Sorgen und Nöten ihres nicht einfachen Lebens. Als einzige kirchliche Hauptamtliche für Romapastoral in ganz Österreich ist sie auch zur großen Netzwerkerin geworden.