BRIEF_KASTEN
„Wenn du ihr so viel wert und wichtig gewesen wärst, dann hätte sie Verbesserungen vorgeschlagen und dir geholfen“ und: „Die hat dich nur ausgenutzt.“
Das sind Kommentare der Teenager-Söhne meiner Freundin zur Tatsache, dass sie ihren Job beendet hat.
Auch ich habe meiner Freundin zu dieser Entscheidung gratuliert. Die paar hundert Euro kann sie anderswo auch verdienen, wo sie sie nicht ständig Abwertung und unsinnige Kritik erfährt.
Es war zu sehr ein typischer „Frauenberuf“: eine für andere Menschen wichtige Arbeit im Gesundheitsbereich, aber schlechte Bedingungen, wenig Wertschätzung und richtig miese Bezahlung.
Doch zurück zu den Teenagern: Meine Freundin erzählte ihnen gar nicht so viel wie mir über die Arbeit. Und doch nahmen sie sensibel wahr, was da im vergangenen halben Jahr gelaufen ist. Ich feiere diese jungen Menschen!
Wenn aus solchen Teenagern Arbeitnehmer:innen werden, werden sie sich nicht alles gefallen lassen „um des lieben Friedens willen“. Sie werden von vornherein auf ihre (psychische) Gesundheit achten und als aufmerksame und achtsame Kolleg:innen in den Betrieben präsent sein.
Studien über die Generation Y und Z prognostizieren ähnliches. Das macht mir Hoffnung für die Arbeitswelt.
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