BRIEF_KASTEN
Feierlich holten wir am Wochenende das Maßband aus der Schublade. Damit bestätigten wir das, was wir ohnehin mit freiem Auge sahen.
Meine Tochter und mein Sohn waren zuletzt ordentlich gewachsen. Mein Sohn ist nun bereits etwas größer als seine Mama und bis er mich überholt, wird es auch nicht mehr lange dauern.
Wobei das mit der Körpergröße in meinem Fall quasi ein bisschen relativ ist. Im Reisepass bin ich zwei Zentimeter größer als in echt. Mit 17 ist mir dieser Eintrag „passiert“.
Vielleicht habe ich damals geglaubt, ich wachse eh noch und es wird dann passen. Es zeigt aber offensichtlich: Möglichst groß sein war für mich sehr, sehr wichtig. Heute sehe ich das entspannter. Die Gelegenheit, die Größe im Reisepass zu korrigieren, habe ich dennoch schon ein paar Mal verstreichen lassen.
Ich gehe davon aus, mit Mitte 40, bei der nächsten Reisepassverlängerung, habe ich die nötige Reife, am Passamt alles zu „gestehen“.
Wenn nicht, braucht es wohl Plan B: noch ein Vierteljahrhundert bis zur Richtigstellung warten. Die Ausrede, dass ich geschrumpft bin, wäre dann zumindest halbwegs glaubwürdig.
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