BRIEF_KASTEN
Das begann schon vor der Gründung der USA mit der mythisch überhöhten Geschichte der „Pilgerväter“, die aus Europa kamen, weil sie im staatskirchlich geprägten England die besondere Ausprägung ihres Glaubens nicht praktizieren durften. Hier wurzelt die Trennung von Kirche und Staat in den USA: Der Staat hat sich aus der religiösen Praxis der Bürger herauszuhalten.
Gleichzeitig war damit die große Bedeutung von Religion im Selbstverständnis der US-Amerikaner grundgelegt. Nicht erst seit Präsident Ronald Reagan in den 1980ern begann, um die Gunst vieler Evangelikaler zu werben, gerät dieses Verhältnis in Schieflagen, die der ursprünglichen Intention zuwiderlaufen.
Die Instrumentalisierung der Religion durch Politiker färbt an manchen Stellen auf das Handeln des Staates ab: In Texas müssen seit letztem Jahr die Zehn Gebote in Schulklassen hängen, und eben erst wurde dort die Bibel zur Pflichtlektüre an Schulen erklärt – nur eben nicht in einem Religionsunterricht. Denn den gibt es aufgrund der Trennung von Kirche und Staat an öffentlichen Schulen nicht.
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