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Offen – der Geist des Hauses der Achtsamkeit

KIRCHE_OÖ

Aus dem „Marienheim“ der Marienschwestern in Grünau, das zur Erholung 
und für Exerzitien diente, ist das „Haus der Achtsamkeit“ geworden. Geschäftsführer Johannes Brandl führt durch das beeindruckend erneuerte und erweiterte Gebäude.

Ausgabe: 33/2026
11.08.2026
- Josef Wallner
Der Raum „Kontemplation“ wurde von der Künstlerin Ingrid Tragler gestaltet, steht den Hausgästen als Ort der Stille zur Verfügung und dient den Marienschwestern auch als Kapelle.
Der Raum „Kontemplation“ wurde von der Künstlerin Ingrid Tragler gestaltet, steht den Hausgästen als Ort der Stille zur Verfügung und dient den Marienschwestern auch als Kapelle.
© KIZ/JW

Am Anfang stand ein Problem. Das 1963 erbaute Erholungs- und Exerzitienheim der Marienschwestern war bei den Gästen beliebt, es war aber eine Erneuerung in baulicher und auch strategischer Hinsicht notwendig. Dies konnte die Ordensgemeinschaft bei realistischem Blick auf ihre kleiner werdende Gemeinschaft allein nicht leisten. Da kam Johannes Brandl von der Spes-Zukunftsakademie in Schlierbach und der ProNah Genossenschaft ins Spiel. Mit einem Team von an der Region interessierten Menschen hat er das Marienheim erneuert: in seiner Zielsetzung neu positioniert und in einem zweiten Schritt baulich den heutigen Standards angepasst und erweitert. Im Mai 2026 hat das Haus der Achtsamkeit seine Türen für die Gäste geöffnet. Der neue Name des Hauses ist keine Marketingmaßnahme, sondern Programm. „Mit dem Haus der Achtsamkeit wollten wir einen Ort schaffen, wo man innerlich und äußerlich zur Ruhe kommen, wo man abschalten und Kraft tanken kann und wiederfindet, was man verloren hat – um auf jeden Fall neu in den Alltag gehen zu können“, erklärt Johannes Brandl beim Rundgang durch das Haus. 

 

Offen – der Geist des Haues 


Schon der helle, mit viel Holz gestaltete Empfangsbereich gibt eine Ahnung davon, wie die Idee des Hauses auch architektonisch umgesetzt wurde. Dort sehen die Besucher:innen auch auf drei Tafeln in Symbolen und kurzen Erläuterungen, was sie erwarten dürfen. Ein nach unten offenes Dreieck steht für die Berge, die Grünau umgeben, und weist auf die Natur des Almtals hin. Ein Kreis beschreibt das Innehalten und die Meditation, für die das Haus nicht nur einen Platz bieten, sondern auch eine Einladung sein möchte. Und schließlich symbolisiert eine Welle das „Regenerativ-Fasten“, das hier  Platz hat: Es hilft, den Körper zu stärken und längst verlorene Geschmäcker wiederzuentdecken. Die drei Symbole übereinandergelegt ergeben das Logo des Hauses der Achtsamkeit. Zu allen drei Bereichen veranstaltet das Haus auch selbst Kurse. 

 

Meditieren mit Sr. Huberta


Sr. M. Huberta Rohrmoser von den Marienschwestern, die Grünau zu einem gesuchten Ort der Meditation und für Exerzitien gemacht hat, ist weiterhin im neuen Haus aktiv. „Das Haus der Achtsamkeit Grünau ist für mich als Leiterin von vielen Meditations- und Kontemplationsangeboten ein schlichtes, gastliches Haus mit weltoffener christlicher Spiritualität, in dem jeder nach Sinn, Frieden, Stille, inneren Werten, gesunder Umwelt, Regeneration und Entspannung suchende Mensch herzlich willkommen ist.“ Sr. M. Huberta begleitet auch als Obfrau des Vereins Haus der Achtsamkeit die inhaltliche Ausrichtung.

 

Ort für Seminare


Das Haus steht ebenso für Kurse in Partnerschaft mit anderen Anbietern offen und eignet sich auch für Seminare von externen Unternehmen und Vereinen. Die drei Gruppenräume mit den klingenden Bezeichnungen „Meditation“, „Inspiration“ und „Kreation“ stehen dafür zur Verfügung und auch die Zimmer. 
Mit viel Respekt vor der Substanz und Geschichte des Marienheims hat Architekt Richard Steger das bestehende Haus erneuert und erweitert, sodass es nun 54 Gäste beherbergen kann: Teilnehmer:innen an hauseigenen und externen Kursen und Gäste, die allein oder in einer Gruppe entspannende Urlaubstage verbringen wollen. Ein Beispiel dafür ist die Bibelwanderwoche, die der ehemalige Leiter des Bibelwerks Linz, Franz Kogler, schon seit Jahren mit einer begeisterten Schar an Wanderern dort durchführt. 

 

Offener Blick auf die Berge


Ein Highlight des Hauses ist der Ruheraum im Wellnessbereich, der einen atemberaubenden Blick auf die umliegenden Berge freigibt. Der Hotelbetrieb des Hauses der Achtsamkeit wird von der Spes GmbH, zu der ein Seminarhotel und die Zukunftsakademie gehören, gemanagt. „Das schafft Synergien“, betont Johannes Brandl. Drei Marienschwestern leben weiterhin im Haus der Achtsamkeit und arbeiten mit weiteren Mitarbeiter:innen im Hotelbetrieb. Die Ordensgemeinschaft blieb Eigentümerin der Liegenschaft und stellt sie mittels Baurechtsvertrag zur Verfügung. 

 

Horizont und Mitte


Die Ordensfrauen nutzen den Raum „Kontemplation“ als ihre Kapelle. Der Raum wurde von der Künstlerin Ingrid Tragler gestaltet, die in Pettenbach ihr Atelier hat. Sie bringt im gesamten Gebäude in der Sprache ihrer Bilder unaufdringlich, aber sehr ansprechend auf den Punkt, was das Haus der Achtsamkeit will: Ein Teil ihrer Arbeiten variiert das Thema „Horizonte“, die für die Weite stehen, der andere Teil zeigt „Lichtfelder“, die zu Wegen nach innen inspirieren.  

 

Weitere Informationen unter: 
www.hausderachtsamkeit.com

Das Haus der Achtsamkeit.
Das Haus der Achtsamkeit.
© KIZ/JW
Johannes Brandl (von links), Mastermind des Hauses der Achtsamkeit, mit den Marienschwestern, die im Haus arbeiten: Sr. Magdalena Exl, Sr. Raphaela Sommer und Sr. Clementine Honeder.
Johannes Brandl (von links), Mastermind des Hauses der Achtsamkeit, mit den Marienschwestern, die im Haus arbeiten: Sr. Magdalena Exl, Sr. Raphaela Sommer und Sr. Clementine Honeder.
© KIZ/JW
Blick vom Speisesaal in den Garten.
Blick vom Speisesaal in den Garten.
© KIZ/JW
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