BRIEF_KASTEN
Sie war Tochter eines polnischen Grafen und einer Schweizer Gräfin. 1873 verlor der Vater beim Bankenkrach große Teile seines Vermögens, und die Familie musste von ihrem Schloss in Loosdorf nach St. Pölten umziehen.
1883 folgte der Umzug nach Lipnica (Polen). Julia Maria trat 1886 in den Ursulinenorden in Krakau ein und nahm den Ordensnamen Ursula an. Von 1904 bis 1907 war sie Oberin.
In St. Petersburg gründete Ursula ein Tochterkloster des Ordens und ein weiteres im damals finnischen Sortavala.
Mit Ausbruch des Krieges 1914 wurde sie wegen ihrer österreichischen Staatsbürgerschaft aus Russland ausgewiesen und musste nach Schweden ins Exil gehen. Sie reiste von 1915 bis 1918 durch die skandinavischen Länder, wo sie unter anderem Vorträge hielt, Niederlassungen und Schulen gründete. 1920 kehrte Ursula nach Polen zurück.
Sie gründete die „Ursulinen vom Todesangst leidenden Herzen Jesu“, die „Grauen Ursulinen“, die sich um Arme, Kranke, Alte und Kinder aus sozial schwachen Familien kümmerten. 1930 wurde die Gemeinschaft endgültig anerkannt. 1931 ging Ursula nach Rom, wo sie am 29. Mai 1939 starb. 1983 wurde Ursula seliggesprochen.
Joachim Schäfer, Artikel Ursula Gräfin Ledóchowska, Ökumenisches Heiligenlexikon, www.heiligenlexikon.de
BRIEF_KASTEN
Jetzt die KIRCHENZEITUNG 4 Wochen lang kostenlos kennen lernen. Abo endet automatisch. >>