BRIEF_KASTEN
Über Teilzeitarbeit wurde zuletzt öffentlich intensiv diskutiert, in den Teeküchen der Firmen, in Familien- und Freundeskreisen hält sich das Thema jedoch noch beharrlicher.
Das häufig vorgebrachte Argument, Teilzeitbeschäftigte seien weniger leistungsbereit, hält keiner Überprüfung stand. Wenn Teilzeit überhaupt „freiwillig“ gewählt wird, ist etwa neben gesundheitlichen Gründen die Betreuung von Kindern das mit Abstand häufigste Motiv dafür.
Teilzeit heißt dann weniger bezahlte Arbeit und dafür sehr viel mehr von unbezahlter Arbeit – was nicht nur, aber überwiegend Mütter betrifft.
Ein grobes Foul ist der Vorwurf, mit Teilzeit selbst daran schuld zu sein, wenn die Pension einmal sehr bescheiden ausfällt.
Wer hat denn überhaupt die Wahl, wenn das ganze Betreuungs- und Schulsystem wie in Österreich auf den vollen Einsatz der Mütter (und manchmal Väter) ausgelegt ist? Etwa um mit den Kindern am Nachmittag für die Schule zu lernen oder sie – wie es auf dem Land oft der Fall ist – vom Kindergarten bald abzuholen, weil dieser zu Mittag zusperrt.
Statt also Klischees in der Debatte zu bedienen, wäre es an der Zeit, diese strukturellen Rahmenbedingungen zu verbessern.
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