BRIEF_KASTEN
Vergangenen Sonntag feierten die Ukrainer und die Russen das Osterfest. Die erhoffte Waffenruhe in Putins Angriffskrieg kam nicht zustande. Das zeigt auch, wie wenig Einfluss das Christentum auf die Politik hat, wenn es um Aufrufe zum Frieden geht. Die Wirkmächtigkeit zeigt sich dagegen, wo konkrete Hilfe geleistet wird: Taten zählen mehr als Worte. Das Christentum hat seine Quellen als Buchreligion zwar im geschriebenen Wort der Bibel. Aber es gibt kein gelebtes Christentum ohne die Tat.
Deshalb war und ist es wichtig, dass Vertreter von Papst Franziskus in der Ukraine vor Ort sind. Es war auch richtig, dass der Papst gleich zu Beginn des Krieges die russische Botschaft beim Heiligen Stuhl aufgesucht hat – alleine und unter Umgehung des Protokolls.
Mittlerweile ist aber klar, dass das Russland nicht beeindruckt hat. Es braucht mehr Taten, und da gibt es durchaus Möglichkeiten: ein Herabfahren der Kontakte zur russisch-orthodoxen Kirche auf ein absolutes Minimum, denn deren Oberhaupt unterstützt den Aggressor Putin; ein stärkeres Zusammenrücken mit anderen Kirchen und Religionsgemeinschaften in der Verurteilung des Krieges; und, ja, auch ein Besuch des Papstes in der Ukraine wäre sinnvoll. Denn dabei geht es nicht um Diplomatie oder Politik, sondern um die Solidarität mit den Opfern.
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