BRIEF_KASTEN
Wenn sie mit ihren Palmbuschen am Palmsonntag in die Kirche kommen, haben deren Trägerinnen und Träger etwas Wichtiges schon getan: binden. Gebunden nämlich musste er werden – aus Zedernzweigen, Buchsbaum und was sonst dazugehört.
Suchen, zusammentragen – und binden. Das sind wirkkräftige Tätigkeiten des Glaubens: Ausschau halten nach dem Guten, es zusammentragen und binden. Das ist „Bindekraft“, die Halt gibt. Nicht umsonst wird das Verhältnis, wie Gott und Mensch zueinander stehen, als ein Bund gesehen. Unter dem Zeichen des brennenden Dornbusches haben sich Gott und Moses auf diesen Bund eingelassen, und er wurde in der Gestalt Jesu Christi noch einmal vertieft.
Christinnen und Christen sind eine wie mit einem unsichtbaren, aber sehr wirksamen Faden verbundene Gemeinschaft. Sie geben sich nicht damit zufrieden, sich bloß vom Bösen zu distanzieren. Sie binden und verbinden sich für das Gute. Das schenkt Hoffnung. Zu vieles droht auseinanderzufallen. Allenfalls werden Bündnisse geschlossen gegen andere.
Das gott-menschliche Bündnis jedoch versteht sich nicht bloß als eine Macht gegen etwas oder jemanden – sondern für etwas. Eine Gesellschaft zerbricht, wenn sie nur weiß, wogegen sie steht – und nicht auch, wofür. Den vielfach verlorenen Faden gilt es aufzunehmen, das Bündnis neu zu knüpfen. Dann wird es gut.
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