BRIEF_KASTEN
Irgendwann in den letzten Jahren bin ich vernünftiger geworden – zumindest ein kleines bisschen. Früher hätte ich mir vermutlich mindestens den Fuß brechen müssen, um meinen geliebten wöchentlichen Hallenkick ausfallen zu lassen. Und hätte vorher lange überlegt, ob ich nicht doch mit nur einem Bein spielen könnte. Letztens hat schon eine ziemlich schmerzende Ferse für eine Fußball-Pause genügt. Wobei ich vor allem auf Fußball verzichtet habe, um mein nächstes sportliches Ziel nicht zu gefährden: den Traunsee-Halbmarathon. Ich trainiere konsequent, und das Laufen draußen ist grundsätzlich mehr Lust als Qual: Mein Kopf wird frei und die Kondition spürbar besser. Eigentlich könnte alles perfekt sein. Wäre da nicht dieses ständige Zwicken irgendwo im Körper, das sich verlässlich meldet: entweder in der Ferse, im Oberschenkel oder im Rücken. Statt mich für meinen Einsatz mit uneingeschränktem Wohlbefinden zu belohnen, sendet mein Körper auf diese Weise klare Signale für seine Ansprüche: mach mehr Krafttraining, mehr Dehnungen, mehr Übungen mit der Faszienrolle. Ein bisschen undankbar finde ich meinen Körper. Aber egal: Ich gebe mein Bestes. Und wahrscheinlich wäre es auch klug, beim Fußball nicht jeden Sprint zum Ball zu machen, als ginge es gleich um die Weltmeisterschaft. Diese Weisheit hebe ich mir aber fürs höhere Alter auf. So vernünftig will ich heute noch nicht sein.
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