BRIEF_KASTEN
Will man bei einer Station aus dem Zug steigen, drückt man neben der Tür einen Knopf, damit sie sich beim Stopp automatisch öffnet. Ein grünes Licht zeigt, dass der Knopf betätigt wurde. Einmal drücken genügt. Die erste Person erledigt das für alle Nachfolgenden. Doch warum funktioniert das nicht?
In der Westbahn, wo rund um die Türen viel Platz ist, kann man es gut beobachten. Viele, vermutlich mehr als die Hälfte, die aussteigen wollen, betätigen den Knopf nochmals. Sicher ist sicher. Ganz ähnlich ist es in Linzer Straßenbahnen und Autobussen. Wer als Erster die Stopp-Taste drückt, sorgt dafür, dass auf den Bildschirmen – rot unterlegt – die Info erscheint „Wagen hält“. Schaut man durch den Fahrgastraum, sieht man, dass weiterhin die Knöpfe fleißig betätigt werden. Sicherheitshalber.
Es gibt vermutlich eine tiefsitzende Angst, dass man dem öffentlichen Verkehrsmittel ausgeliefert ist. Vielleicht sollte man das Fahren mit den Öffis als Vertrauenstraining gestalten: Ich vertraue der Person, die auch für mich den Knopf gedrückt hat. Womöglich stärkt das das Vertrauen im Alltag.
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