BRIEF_KASTEN
Wer hätte in den Anfangszeiten von Corona gedacht, dass diese Pandemie die Gesellschaft so spalten würde? Da erhitzen sich die Gemüter ob der gegensätzlichen Meinungen oft dramatisch.
Tiefe Risse gehen hinein bis in Familien, wo unterschiedliche Standpunkte häufig zu großem Streit führen. Geschwister reden nicht mehr miteinander und Freundschaften zerbrechen, weil objektive Gespräche scheinbar nicht mehr möglich sind. Krankenhauspersonal und Ärzte werden angefeindet. Beschimpfungen bis hin zu Morddrohungen lassen Menschen verzweifeln.
Das geht so weit, dass Betroffene all den Hass, der ihnen entgegenschlägt, nicht mehr ertragen können und sie sich das Leben nehmen. So wie die österreichische Ärztin Lisa-Maria Kellermayr, die von Impfgegnern massiv bedroht wurde und offensichtlich keinen anderen Ausweg mehr sah. Das ist zutiefst schockierend.
Nur: Wie all das vermeiden? 100-Prozent-Lösungen gibt es leider nicht. Dass Krisen Angst machen, vor allem wenn sie nicht lösbar sind wie etwa die Corona-Pandemie, und dass Menschen unterschiedlich darauf reagieren, das haben Forschungen gezeigt. Dass Wege aus diesen Bedrohungs- und Angstzuständen möglich sind, ebenfalls (siehe Thema). Das gibt Hoffnung.
BRIEF_KASTEN
Jetzt die KIRCHENZEITUNG 4 Wochen lang kostenlos kennen lernen. Abo endet automatisch. >>