BRIEF_KASTEN
Die Sonne kitzelt den Junior frühmorgens aus den Federn. Ein Blick aus dem Fenster und er sagt – von einem großen Seufzer begleitet: „Schlechtes Wetter!“ – Hallo? Die Sonne scheint! Keine Wolke am Himmel. Traumhaft. Die Wetteransagerin sieht es ähnlich und meint nach dreißig Tagen Hitze: „Wieder herrliches Badewetter!“
Mein Sohn ist leidenschaftlicher Fischer. Was für Sonnenanbeter:innen gut ist, ist für ihn schlecht. Angeln geht besser, wenn das Wetter ein wenig trüb ist, auch leichter Nieselregen mit ein wenig Nebel ist besser als praller Sonnenschein. Daher hatte er in diesem Sommer sehr oft schlechtes Wetter.
Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass die Hitze für viele Menschen eine ernsthafte Bedrohung ihrer Arbeitsgrundlagen und ihrer Lebenswelt bedeutet: Bäuerinnen und Bauern spüren unmittelbar die Auswirkungen des Klimawandels auf ihren Feldern und beim fehlenden Futter für ihre Tiere. Die Folgen sind direkt am Kontostand ablesbar. Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten, merken als Erste, was uns letztlich alle betrifft: Die Hitze kostet Lebensressourcen und Geld. – Insofern verschafft uns der goldene Herbst nur ein leichtes Aufatmen. „Gutes Wetter“, sagt der junge Angler dazu. Und ich stimme ihm zu. Denn trotz aller Widrigkeiten: Der Herbst ist einfach schön, finde ich.
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