BRIEF_KASTEN
Licht! Wir knipsen es an. Wir schalten es aus. Oder: Man überlässt die Arbeit gleich den Sensoren. Sehenswürdigkeiten; Straßenzüge; Fabrikhallen. So hell ist es geworden in unserer Welt, dass man sogar von Lichtverschmutzung spricht. Dabei haben erst noch die Urgroßeltern erzählt, wie es war, als sie „das Elektrische“ bekommen haben – und die rußenden Petroleumlampen auf den Dachböden verschwanden.
Ein wenig ist sie uns noch geblieben, die Angst vor der Finsternis, vor allem dem dunkelsten aller Räume: dem Grab. Da ist es aus mit dem Licht. Die frühen Geschichten des Glaubens stammen aus diesen Zeiten, in denen Licht mühsam und kostbar war.
„Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht.“ So begann die Geschichte Gottes mit den Menschen. Licht – die erste göttliche Gabe. Es gibt ein Sehen; es lässt uns finden.
Heute tappen Menschen mehr schon im Licht als im Dunkeln, denn wo alles ins Licht gerückt ist, Gutes wie Fragwürdiges, da wird das Finden schwer. Wir sehen viel, und finden uns wenig zurecht.
Doch Licht ist nicht nur die erste, sondern auch die unser Leben begleitende Gabe Gottes. Er hat uns nicht allein in die Welt gestellt. So etwas wie eine „Taschenlampe“ sollen wir füreinander sein. „Lasst euer Licht vor den Menschen leuchten“, ermutigt Jesus (Mt 5,16). So werden wir das Gute finden und staunend Gott zu preisen beginnen.
Und: Licht wird uns die letzte Gabe Gottes sein, wenn er uns sein Antlitz zeigt.
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